
von Gitta Jacob und Prof. Dr. med. Klaus Lieb
Musiktherapie ist eine gezielte therapeutische Anwendung von Musik und arbeitet als kreatives Behandlungsverfahren prozessund erlebnisorientiert. Ziele sind die Förderung von Eigen- und Fremdwahrnehmung, Kommunikations-, Ausdrucks- und Konzentrationsfähigkeit. Außerdem kann durch das spielerische Experimentieren mit Klängen, Melodien und Rhythmen der Ausdruck und die Wahrnehmung von Affekten gefördert werden, und das eigene Verhalten in der Interaktion wahrgenommen und reflektiert werden.
Die Musiktherapie besteht aus aktiven und rezeptiven Formen. Die wichtigste verwendete Methode ist die gemeinsame freie oder strukturierte Improvisation. Dabei sollen im Wahrnehmen, Zuhören und aufeinander Eingehen Ressourcen geweckt, Prozesse beobachtet und neue Erfahrungen gemacht werden. Weiter kommen Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsübungen, musikalische Interaktionsübungen, das Singen von Liedern, sowie das Hören von Musik zum Einsatz. Im Gespräch können die gemeinsamen Erfahrungen ausgetauscht und reflektiert werden. Als Voraussetzung der Teilnahme wird eine Bereitschaft des Patienten erwartet, sich auf die Musiktherapie einzulassen (Ausprobieren/ Spielen der Instrumente, Experimentieren mit Rhythmen, Klängen, Melodien). Musikalität, Notenlesen, Beherrschung eines Instrumentes etc. ist dagegen nicht notwendig.
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