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Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik

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Multiprofessionelle Behandlung - Hintergrund

von Gitta Jacob und Prof. Dr. med. Klaus Lieb

Da psychische Erkrankungen immer psychische, organische (körperliche) und soziale Ursachen haben bzw. dadurch aufrecht erhalten werden, bedarf es auch bei deren Behandlung der Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Dies ist insbesondere in der Klinik der Fall, wo Ärzte, Psychologen, Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten, Krankengymnasten, Sporttherapeuten und Musiktherapeuten zusammenarbeiten (sog. multiprofessionelles Team). In der ambulanten Therapie arbeiten häufig Ärzte und Psychotherapeuten zusammen, wobei z.B. bei der Behandlung einer Depression der Arzt die medikamentöse Therapie übernimmt, während der psychologische Therapeut die Psychotherapie durchführt und sich beide um soziale Aspekte kümmern.

Psychiater oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie: Psychiater haben Medizin studiert und im Anschluss an das Studium eine 4-5-jährige Facharztausbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie durchlaufen. Sie arbeiten in Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie, häufig aber auch in Psychosomatischen Kliniken. Sie behandeln das gesamte Spektrum psychischer Erkrankungen. Da sie auch in Psychotherapie ausgebildet sind, sind sie auch Psychotherapeuten und führen Psychotherapien durch. Viele Psychiater haben sich jedoch auf die psychiatrische Tätigkeit mit dem Schwerpunkt der medikamentösen Behandlung und dem ärztlichen Gespräch spezialisiert, während andere nur psychotherapeutisch tätig sind.

Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie: Diese Ärzte haben ebenfalls Medizin studiert und sich dann in Psychosomatischen Kliniken zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie weitergebildet. Sie arbeiten meist in Psychosomatischen Kliniken und sind in der Regel auch psychotherapeutisch tätig.

Psychologen: Psychologen haben Psychologie studiert und sich im Anschluss an das Studium psychotherapeutisch weitergebildet. Sie sind entweder psychotherapeutisch in eigener Praxis niedergelassen oder arbeiten in Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatischen Kliniken. Psychologen können keine Medikamente verschreiben, so dass dafür immer ein Arzt hinzugezogen werden muss.

Nervenärzte: Nervenärzte haben Medizin studiert und sich dann zum Facharzt für Psychiatrie und Neurologie weitergebildet. Heute sind Nervenärzte in der Regel mit dem Schwerpunkt Psychiatrie oder Neurologie tätig.

Neurologen: Neurologen sind Ärzte, die neurologische Erkrankungen diagnostizieren und behandeln. Die Neurologie befasst sich mit der Diagnostik, Therapie und Vorbeugung von organischen Erkrankungen des zentralen, peripheren und vegetativen Nervensystems, sofern eine psychische Symptomatik nicht im Vordergrund der Störung steht. Beispiele sind die Multiple Sklerose oder die Parkinson-Erkrankung.

letzte Aktualisierung: 25.01.2010
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