
von Gitta Jcob und Prof. Dr. med. Klaus Lieb
Die Kunsttherapie ähnelt in vieler Hinsicht der Musiktherapie, allerdings wird als Medium die bildende Kunst eingesetzt. Auch mit der Kunsttherapie soll die Eigenwahrnehmung sowie Ausdrucks- und Konzentrationsfähigkeit geschult werden. Durch die Arbeit mit Farben oder anderen Materialien, die für die meisten Patienten völlig ungewohnt ist, können auch hier Ressourcen entdeckt und neue Erfahrungen gemacht werden.
Arbeiten die Patienten in der Kunsttherapie individuell, so geht es thematisch häufig um die bildnerische Gestaltung innerer Prozesse, die mit der Erkrankung in Zusammenhang stehen. So können z.B. Patientinnen mit schweren Traumata in der Kindheit diese Erfahrungen häufig besser in Bildern ausdrücken als sie im Gespräch berichten. Über die gestalterische Darstellung können die Inhalte auch in die Psychotherapie eingebracht werden. Darüber hinaus bilden die von Patienten im Verlauf einer Erkrankung produzierten Kunstwerke häufig ihren inneren Entwicklungs- und Genesungsprozess ab.
Abb. 13-8 Kunsttherapie
Neben der Einzelarbeit wird Kunsttherapie häufig auch in Gruppenhäufig durchgeführt. Hier ist das Ziel meist in erster Linie, den Gestaltungsprozess zu verfolgen und über diesen Prozess zu kommunizieren. Der Anteil eines einzelnen Patienten im Gestaltungsprozess der Gruppe bietet häufig Metaphern für typische Probleme oder Eigenarten dieses oder auch anderer Gruppenteilnehmer.
Kunst- und Ergotherapie gehen teilweise fließend ineinander über, da auch in der Ergotherapie mit Farben und Materialien gestaltet wird und die Werke der Patienten im therapeutischen Gespräch reflektiert werden. Insgesamt liegt der Schwerpunkt der Ergotherapie in Abgrenzung zur Kunsttherapie jedoch stärker im Aufbau von Kompetenzen und Alltagsfertigkeiten und weniger in der Förderung des kreativen Ausdruckes an sich.
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