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Elektrokonvulsionstherapie (EKT) - Hintergrund

von Gitta Jacob und Prof. Dr. med. Klaus Lieb

Die Elektrokonvulsions- oder Elektrokrampftherapie (EKT) ist seit Mitte der 30-Jahre bekannt. Sie hat sich insbesondere bei Depressionen mit Wahnsymptomen und Depressionen, die nicht auf eine medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung ansprechen, als sehr gut und schnell wirkend erwiesen. Bei bisher unbehandelten Patienten erreicht die EKT Besserungsraten von bis zu 90%! Bei Patienten, die auf medikamentöse Behandlungsversuche nicht angesprochen haben, liegt die Besserungsrate immer noch bei 50 - 75%!

Viele Menschen haben Vorurteile gegenüber der EKT, die wahrscheinlich darin begründet sind, dass die Patienten früher ohne Narkose behandelt wurden und die ausgelösten Krampfanfälle z.T. zu erheblichen Verletzungen geführt haben. Heute ist die EKT ein sehr schonendes Verfahren, das in Kurznarkose durchgeführt wird und nur mit wenigen Nebenwirkungen einhergeht.

Elektrokonvulsionstherapie

Abb. 13-5 Ein Gerät für die Elektrokonvulsionstherapie (EKT)

Bei der EKT wird durch elektrische Stimulation des meist rechten Schläfenlappenbereichs ein epileptischer Krampfanfall ausgelöst, der etwa 30 - 60 s anhält. In der Regel werden 6 - 12 Sitzungen durchgeführt, wobei meist zwei Sitzungen pro Woche erfolgen. Zeigen die einseitigen Behandlungen keinen ausreichenden Erfolg, können auch einige zweiseitige Stimulationen angeschlossen werden.

Die EKT erfolgt unter Kurznarkose und Muskelerschlaffung. Durch die Muskelerschlaffung äußert sich der epileptische Krampfanfall nicht durch Muskelzuckungen, sondern läuft nur im Gehirn ab, wo er durch kontinuierliche Ableitung eines Elektroenzephalogramms (EEG) für den Untersucher sichtbar gemacht wird.

Als häufige und vorübergehende Nebenwirkungen der EKT sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkater und meist leichtere Störungen des Gedächtnisses und der Merkfähigkeit beschrieben. Vor der Durchführung der EKT müssen Begleiterkrankungen wie z.B. Lungenerkrankungen, Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit und Herzrhythmusstörungen gut eingestellt sein, um das Narkoserisiko gering zu halten.

Nach erfolgreichem Abschluss einer EKT-Serie ist das Risiko eines Rückfalls in den ersten Monaten hoch. Um dieses zu verringern, erhalten die Patienten eine weitere medikamentöse Behandlung. Eine alternative, derzeit noch in der Erprobung befindliche Therapieform besteht darin, die EKT-Serie im Sinne einer Erhaltungs-EKT in größeren Abständen fortzusetzen. So werden beispielsweise zwei bis vier Mal in wöchentlichen, dann in zweiwöchentlichen Abständen und schließlich in monatlichen Abständen EKTBehandlungen wiederholt.

Obwohl bekannt ist, dass durch die EKT zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Gehirn beeinflusst werden, ist der genaue Wirkmechanismus der EKT bis heute unbekannt.

letzte Aktualisierung: 04.02.2010
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