
von Gitta Jacob und Prof. Dr. med. Klaus Lieb
Was sind Antidementiva?
Antidementiva sind verschiedenartige Medikamente, die zu einer Verbesserung von Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit im Rahmen organischer psychischer Störungen (v.a. Demenzen) eingesetzt werden (s.a. Kap. 4.2). In der Gruppe der Antidementiva unterscheidet man drei Gruppen von Substanzen: – Acetylcholinesterase-Hemmer – Glutamatmodulatoren – andere Nootropika.
Welche Antidementiva gibt es?
Zu den Acetylcholinesterase-Hemmern gehören Aricept®, Exelon® und Reminyl®, die zur Behandlung der leichten und mittelschweren Alzheimer-Demenz eingesetzt werden. An wesentlichen Nebenwirkungen treten zu Beginn meist nur Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sowie Muskelkrämpfe auf. Gelegentlich, besonders bei gleichzeitiger Gabe von Betablockern, kann es zu Herzschlagverlangsamungen mit Sturzgefahr kommen. Nur unter besonderer Vorsicht sind die Acetylcholinesterase-Hemmer bei schwerem Asthma, bekannten Herzrhythmusstörungen und Prostatavergrößerung einzusetzen. Zu den Glutamatmodulatoren gehört Memantine (z.B. Ebixa®), das bei mittelschweren und schweren Alzheimer-Demenzen und anderen Demenzen eingesetzt wird. Die Verträglichkeit ist relativ gut, selten wurden Halluzinationen, Verwirrtheit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Müdigkeit beobachtet. Zu den Nootropika rechnet man verschiedene Substanzen wie Ginkgopräparate (z.B. Tebonin®), Piracetam (z.B. Nootrop®), Nicergolin (z.B. Sermion®) oder Vitamin E, die kaum Nebenwirkungen haben. Die Wirksamkeit zur Behandlung von Demenzen ist für diese Substanzen nicht sicher gezeigt.
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