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Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik

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Ärztliches Gespräch - Hintergrund

von Gitta Jacob und Prof. Dr. med. Klaus Lieb

Bei der Behandlung psychischer Erkrankungen ist ein vertrauensvolles Arzt-Patient-Verhältnis der wichtigste Ausgangspunkt für eine erfolgreiche Behandlung. Dies gilt hier noch mehr als in anderen Fächern, da die Patienten häufig unter starken Ängsten, großer Traurigkeit oder von ihnen selbst als „verrückt“ eingeschätzten Verhaltensweisen (z.B. Zwängen) leiden. Solche Gefühle oder „Verrücktheiten“ zuzugeben, ist häufig mit Scham verbunden und nur im Rahmen einer vertrauensvollen Beziehung möglich. Eine effektive Behandlung kann jedoch erst eingeleitet werden, wenn der Arzt über die Problematik des Patienten umfassend und genau informiert ist. Wichtige Inhalte des ärztlichen Gesprächs, das meist eine zentrale Rolle in der Gesamtbehandlung v.a. im Krankenhaus spielt, sind Informationen hinsichtlich der Entstehung, der Symptomatik und der Behandlung der Krankheit. Dabei ist insbesondere zu bedenken, dass viele psychische Störungen, v.a. wiederkehrende affektive Störungen (s. Kap. 4.5) und Schizophrenien (s. Kap. 4.4) es erfordern, dass der Betroffene über lange Zeit, häufig über Jahre, Medikamente einnimmt. Solche Medikamente haben oft Nebenwirkungen, über die der Patient mit dem Arzt sprechen muss, was aber unter Umständen nicht leicht ist (z.B. bei Impotenz als Nebenwirkung). Gleichzeitig garantieren die Medikamente zwar einen hohen Rückfallschutz, sie müssen jedoch gerade dann eingenommen werden, wenn der Patient sich gesund fühlt – dies führt häufig zum Absetzen und zum Wiederauftreten der Störung. Im ärztlichen Gespräch müssen deshalb Probleme, die sich aus der Medikamenteneinnahme ergeben, offen thematisiert werden und auch sog. „Krisenpläne“ für drohende Rückfälle erarbeitet werden.

letzte Aktualisierung: 25.01.2010
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