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Prothesenwechsel der Knieprothese - Hintergrund

Prothesenwechsel der Knieprothese

 

Der Wechsel einer Knieprothese kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein. Die häufigsten sind: 

  • Infektionen (Abb. 1 - 3) 
  • Aseptische Lockerung (Abb. 4 - 6) 
  • Schmerzhafte ligamentäre Instabilität der Prothese 
  • Periprothetische Frakturen

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Infektionen

 

Die Häufigkeit und die Symptome sind ähnlich einer Infektion des Hüftgelenkes. Auch hier erfolgt die Kontrolle der Entzündungsparameter (Leukozytose, C-reaktive Protein, Blutsenkung), die aber zu Patienten mit entzündlichen Systemkrankheiten abgegrenzt werden müssen. Eine weitere diagnostische Abklärung erfolgt in Form von erweiterter Bildgebung (Röntgen, CT, MRT oder Szinthigrafie) und Gelenkpunktion oder Biopsie mit anschließender mikrobiologischer Untersuchung. In weit über 50 % der Fälle sind grampositive Keime (Staphylococcus aureus und epidermidis) die Ursache, aber auch Keime aus dem gramnegativen Spektrum (E. coli und Pseudomonas aeruginosa) können in seltenen Fällen ursächlich sein. Ein erhöhtes Risiko eine Infektion zu entwickeln haben vor allem Patienten, die einen Diabetes mellitus, rheumatoide Arthritis, Psoriasis, Adipositas oder vorangegangene gleichseitige Hüftoperationen in ihrer Krankengeschichte aufweisen. Die Therapiestrategie richtet sich nach Art, Dauer und Ausprägungsgrad des Infektes sowie der körperlichen Konstitution des Patienten. Sie kann von einer Lavagierung des Gelenks mit Kopf- und Inlaywechsel (bei Frühinfekten < 6 Wochen) über einen einzeitigen Prothesenwechsel (Monoinfektionen, grampositives Keimspektrum, gutes knöchernes Lager) bis hin zum zweizeitigen Wechsel (temporäres Einbringen eines antibiotikahaltigen Platzhalters aus Knochenzement) ausgehen.

Aseptische Lockerung

 

Unabhängig vom Impantationsverfahren (zementiert/ unzementiert) erfolgt der Wechsel meist einzeitig.

Instabilität der Prothese

 

Eine bereits seit der Operation bestehende Instabilität mit Schmerzen ist zumeist auf einunzureichendes Weichteilbalancing, in einer Vielzahl der Fälle kombiniert mit einer Fehlrotation der Prothese, zurückzuführen. Generelle Risikofaktoren für Instabilitäten und Luxationen sind Wechseloperationen, Alkoholabusus und neurologische Krankheiten. Treten Schmerzen aufgrund einer Instabilität im Kniegelenk auf, kann zuerst eine konservative Therapie (Krankengymnastik, Phonophorese, Infiltrationen) begonnen werden. Eine Vielzahl der Schmerzpatienten mit leichten Instabilitäten kann durchaus konservativ erfolgreich therapiert werden. Bei Patienten bei denen sich die Beschwerden nicht lindern, ist meist eine operative Intervention erforderlich. Das Ziel der Operation ist es die Weichteilbalance wiederherzustellen. Dies kann durch verschiedene Releasetechniken oder durch einen Wechsel auf Prothesensysteme erfolgen, die entweder teilweise (teilgekoppelte) oder die vollständige (gekoppelte) Funktion der Seitenbänder übernimmt.

Periprothetische Frakturen

 

Periprothetische Frakturen können durch äußere Gewalteinwirkungen, bei aseptischen Lockerungen aber auch unmittelbar bei der Operation auftreten. Hier ist das Ziel die Wiederherstellung der anatomischen Verhältnisse und der knöchernen Kontinuität. Teilweise kann dies mit dem Erhalt der Prothese durch Osteosyntheseverfahren (winkelstabile Platte, Fixateur extern) erreicht werden. Zumeist ist aber der Prothesenwechsel auf ein gestemtes System erforderlich, welches die Fraktur überbrückt und die Krafteinleitung distal (tibial) oder proximal (femoral) des Frakturspaltes ermöglicht.


Diagnose vor dem Prothesenwechsel am Knie

 

In den meisten Fällen gehen die o.g. Ursachen mit einem Schmerz des betroffenen Gelenkes einher.

 

Weitere Informationen zum Knieprothesenwechsel finden Sie unter operation-endoprothetik.de

Artikelinformationen zu Prothesenwechsel der Knieprothese
Autor
Autor

Dr. med. Alexander Hagel

Autor

Prof. Dr. med. Werner Hein

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