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Prostatakarzinom-Therapie - Hintergrund

Prostatakarzinom-Therapie


Zur Behandlung des Prostatakarzinoms (Prostatakrebs) stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung. So kann ein Prostatakarzinom unter anderem operativ, strahlentherapeutisch oder medikamentös behandelt werden. Welche dieser Prostatakarzinom-Therapien eingesetzt wird, hängt unter anderem davon ab, wie weit sich der Tumor bereits ausgebreitet hat, wie alt der Patient ist und wie aggressiv und bösartig der Tumor ist. Am besten sind die Heilungschancen, wenn das Prostatakarzinom in einem frühen Stadium entdeckt wird und sich noch keine Metastasen in anderen Organen gebildet haben.

Prostatakarzinom-Therapie mittels radikaler Prostatektomie


Die sogenannte radikale Prostatektomie, d.h. die vollständige operative Entfernung der mit Krebszellen befallenen Prostata mitsamt der Samenblasen und den Endstücken der Samenleiter, ist die Prostatakarzinom-Therapie der ersten Wahl, da die Heilungs- und Überlebenschancen danach am größten sind. Die radikale Prostatatektomie kann über verschiedene Zugangswege entweder im Rahmen einer offen-chirurgischen Operation oder durch minimal-invasive, laparoskopische Operationsmethoden durchgeführt werden.

Radikale Prostatektomie mittels robotischer Chirurgie (DaVinci-Operation)


Eine radikale Prostatektomie wird zunehmend mithilfe der roboter-assistierten, laparoskopischen Chirurgie – auch DaVinci-Operation genannt – durchgeführt, die auf der minimalinvasiven „Schlüssellochchirurgie“ basiert, aber durch den Einsatz eines Roboters, das sog. DaVinci-Chirurgiesystem, erleichtert wird. Unter Einsatz des hochmodernen High-Tech-Operationssystems steuert der Operateur dabei von einer Konsole aus milimetergnau agierende Roboterarme mit OP-Instrumenten. Die Roboterarme übernehmen ohne jegliches Zittern exakt die Bewegungen der Finger und Hände des Operateurs, der dabei das Operationsfeld dreidimensional mit bis zu zehnfacher Vergrößerung vor Augen hat.


Prostatakarzinom-Therapie mittels Strahlentherapie


Bei der Strahlentherapie wird das Prostatakarzinom gezielt von außen bestrahlt. Das umliegende gesunde Gewebe der Tumorregion lässt sich dabei durch eine exakte Bestrahlungsplanung weitgehend schonen. Die Strahlentherapie des Prostatakarzinoms, die aus täglichen, kleine Einzeldosen besteht, erstreckt sich über mehrere Wochen und kommt vor allem für Patienten in Frage, deren Prostatakarzinom frühzeitig diagnostiziert wurde und die sich keiner Operation unterziehen wollen.

Strahlentherapie mittels Brachytherapie


Die Brachytherapie stellt eine Alternative zur herkömmlichen Strahlentherapie dar. Dabei handelt es sich um eine lokale Bestrahlung des Prostatakarzinoms von innen, die durch das Einbringen von kleinen Kapseln mit radioaktivem Material in die Prostata erfolgt. Die Brachytherapie kann bei weniger aggressiven Tumoren zum Einsatz kommen und wird im Rahmen eines ambulanten Eingriffs unter Kurznarkose durchgeführt.

Prostatakarzinom-Therapie mittels Hormonentzugstherapie


Ist eine vollständige Entfernung des Prostatakarzinoms durch eine Operation oder Strahlentherapie nicht möglich oder hat der Krebs bereits andere Organe befallen, kommt die sogenannte Hormonentzugstherapie zur Wachstumshemmung der Prostatakrebszellen in Betracht. Da das männliche Geschlechtshormon Testosteron das Wachstum des Prostatakarzinoms fördert, kann durch Testosteronentzug das Wachstum der Prostatakrebszellen gehemmt werden. Die Testosteronbildung kann entweder durch eine operative Entfernung der Hoden als Orte der Hormonproduktion oder durch Medikamente, die die Hormonbildung unterdrücken, ausgeschaltet werden. Allerdings dominieren nach einem Therapieintervall von mehreren Monaten bis Jahren die hormonunabhängigen Tumorzellen das Tumorwachstum, was zur Folge hat, dass das Prostatakarzinom trotz Hormontherapie weiterwächst (= hormonresistentes Prostatakarzinom).

Prostatakarzinom-Therapie mittels Chemotherapie


Die Chemotherapie kommt zum Einsatz, wenn das Prostatakarzinom trotz Hormon- und/oder Strahlentherapie weiterwächst. Eine Chemotherapie mit zellwachstumshemmenden Medikamenten (Zytostatika) können in dieser Situation das Wachstum von Tumorzellen hemmen und so das Fortschreiten der Prostatakrebs-Erkrankung verzögern, aber nicht heilen.

Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)


Wenn es durch das Wachstum des Prostatakarzinoms zu einer Einengung der Harnröhre und damit zu einem Harnrückstau kommt, kann das einengende Tumorgewebe transurethral, also durch einen über die Harnröhre vorgenommenen Eingriff, entfernt werden. Bei dieser Operation handelt es sich jedoch nicht um eine krebseliminierende Operation, sondern lediglich um eine Behebung der Behinderung der Blasenentleerung.

„Wait-and-see“-Strategie beim Prostatakarzinom


Beim Prostatakarzinom nehmen sehr kleine, nach feingeweblichen Merkmalen wenig bösartige Tumoren eine Sonderstellung ein. Als Alternative zur Prostatakarzinom-Therapie mittels Operation oder Bestrahlung ist es möglich, das Prostatakarzinom einfach nur zu beobachten und abzuwarten. Vor allem bei älteren Männern mit einer Lebenserwartung von weniger als 10 Jahren und einem wenig aggressiven Prostatakarzinom ist diese sogenannte „wait-and-see“-Strategie zu empfehlen, da ihnen die Operation erspart bleibt, sie aber trotzdem nicht weniger lange leben.

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