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Allgemeine Informationen - Plastische-Ästhetische Chirurgie

Schönheitschirurgie im Wandel der Zeit

Die Ästhetische Chirurgie boomt. Über 1.500 sogenannte „Schönheitschirurgen“ gibt es in Deutschland. Ließen sich 1990 ca. 190.000 ästhetische Eingriffe verzeichnen, so war die Zahl 2003 bereits auf über 1Million angewachsen und man braucht kein Prophet zu sein, um ein Ansteigen auf weit über eine Million Eingriffe zu prognostizieren. Fragt man nach den Gründen für diesen Boom, so sind die Antworten recht unterschiedlich. Die gesteigerte Nachfrage etwa habe zu einer Zunahme des Angebotes geführt, es würden halt die Gesetze der Marktwirtschaft gelten. Dennoch gilt es hier, etwas weiter zu schauen.

Wachsende Bedeutung individueller Gesundheitsleistungen im Gesundheitswesen

Ganz unbestritten hat sich in den letzten Jahren die wirtschaftliche Situation der niedergelassenen Ärzte entscheidend geändert. Hieß es früher noch, man müsse nur ein Arztschild an eine Hauswand hängen, um sein Wartezimmer zu füllen, ist die Lage nun eine grundlegend andere. Erstens hat sich der Patient zum Kunden entwickelt, und zweitens heißt heute eine Steigerung der Patientenzahlen nicht unbedingt mehr auch eine Steigerung der Rentabilität ärztlicher Leistung. Im Gegenteil, die Entwicklung der Honorierung durch die Kassen führte dazu, dass manche Eingriffe, besonders im chirurgischen Bereich, nur noch unzureichend honoriert werden, und dass Patienten mit diesen Krankheitsbildern zumindest aus ökonomischer Sicht nicht gerade erwünscht sind.

Mehr denn je wird der Privatpatient lukrativ. Individuelle Gesundheitsleistungen, das ist das Schlagwort dieser Zeit im Gesundheitswesen. Diese Leistungen können von Arzt und Patient frei verhandelt werden und ermöglichen auch eine andere Liquidation.

Der Arzt als Unternehmer

Nun waren Eingriffe auf dem Gebiet der Schönheitschirurgie schon immer Leistungen, die privat bezahlt werden mussten. Nur in wenigen Ausnahmefällen wurden solche Leistungen von den Kassen übernommen, wenn etwa ein äußerlicher Defekt zu klinisch relevanten psychischen Störungen führte. Angesichts des oben beschriebenen Booms ist es offensichtlich, dass die ökonomischen Chancen für die ästhetische Chirurgie mehr als gut sind. Die Patienten sind offensichtlich willens und in der Lage, für gute Leistungen auch gutes Geld zu zahlen.

Man mag es begrüßen oder bedauern, aber eines der Ergebnisse der Kostendämpfungsgesetze im Gesundheitswesen ist die Entwicklung des Arztes zum Unternehmer, und als solcher unterliegt er marktwirtschaftlichen Regularien. Er muss seine Leistungen anbieten und beschreiben, um im Kampf um den Kunden „Patient“ nicht ins Hintertreffen zu geraten. Dies treibt aber gerade im Bereich der plastischen Chirurgie die merkwürdigsten Blüten.

Darstellung von Schönheitschirurgie in den Medien

Wirft man einen Blick in die Regenbogenpresse, ist man erstaunt ob der Vielfalt der phantasievollen Titel gerade in diesem Bereich. Da dienen Schönheitschirurgen, Schönheitsmediziner und Fachärzte für Ästhetische Medizin ihre Dienst dem geneigten Publikum an. Fachkliniken für Schönheitsoperationen mit international erfahrenem Ärzteteam arbeiten nach den neuesten amerikanischen, brasilianischen oder tibetanischen Methoden und versprechen Schönheit, eine neue Identität von Körper und Seele. Für die Presse ist dies ein begehrtes Thema, denn mit den neuen Schönheitsidealen assoziiert man ein neues Lebensgefühl, Beauty und Wellness werden mit neuer gesteigerter Lebensqualität gleichgesetzt, und Zeitungen, die darüber berichten, werden verkauft. Schön ist gut und offen für die fragwürdigsten Werbeeffekte. Das hat mit seriösem Journalismus nicht viel zu tun, denn selten werden diese so genannten neuen Methoden, ihre Nomenklatur und ihr wahrer Innovationswert kritisch hinterfragt.

Wichtige Fragen für Patienten vor einer plastisch-ästhetischen Operation

Das, was jeder Patient durch Arztbefragung als Selbstaufklärung betreiben sollte, findet in der Presse selten oder gar nicht statt.

  • Ist die Methode wirklich neu oder nur eine Weiterentwicklung einer schon bekannten?
  • Gibt es bereits statistisch relevante Erfahrungswerte?
  • Ist die Methode in der Fachwelt diskutiert und dokumentiert worden?
  • Wurden klinische Studien nach wissenschaftlichen Standards durchgeführt?
  • Wurden Risikokalkulationen durchgeführt und wurden die Risiken beschrieben?
  • Wurden die Erkenntnisse veröffentlicht und in der Fachwelt wissenschaftlich diskutiert?
  • Gibt es Referenzen durch renommierte Vertreter des Fachs?

All diese notwendigen Fragen werden selten gestellt und noch seltener beantwortet. Hier gibt es eine Gesetzeslücke zu beklagen, denn alle diese Phantasietitel sind weder genau definiert noch in irgend einer Weise geschützt. Jeder approbierte Arzt darf sich Schönheitschirurg nennen und – was noch wichtiger ist – auch operieren. Um es zynisch auszudrücken: jeder, der ein Messer halten kann, darf auch operieren. Dass sich unter diesen Umständen Fehler häufen, somit die Schönheitsreparatur repariert werden muss, liegt auf der Hand.


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