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Nasenplastik (ästhetisch-plastische Nasenoperation) - Hintergrund

Nasenplastik: Ästhetisch-plastische Nasenoperation


Die harmonisch ins Gesicht passende Nase, die „schöne Nase“ – diesen Wunsch haben heute viele, Frauen etwas mehr als Männer. Etwa 100 000 Frauen und ca. 30 000 Männer unterziehen sich in Deutschland jährlich einer Nasenoperation. Heutzutage werden die offene und die geschlossene Nasenplastik gleichrangig durchgeführt.

Die Nasenplastik (ästhetisch-plastische Nasenoperation) als Herausforderung für den Chirurgen


Eine Nasenplastik (ästhetisch-plastische Nasenoperation) ist – durch die spezielle Anatomie – eine Herausforderung für den Chirurgen. Es gilt bei einer ästhetisch-plastischen Nasenoperation, alle drei Anteile – Knochen, Knorpel, Weichteile – so zu gestalten, dass sich die Nase harmonisch in das Mittelgesicht einfügt, ohne dass die Mitmenschen erkennen, dass eine Veränderung stattgefunden hat. Ist dies als Zielvorgabe erreicht, sprechen wir von einer gelungenen Umgestaltung der Nase.


Kein Chirurg wird mit der Fähigkeit geboren, diesem Anspruch gewachsen zu sein. Neben einer langen, fundierten Ausbildung – auch in der funktionellen Nasenchirurgie – sind das Erlernen verschiedener Operationstechniken zur Erlangung eines optimalen ästhetischen Ergebnisses unabdingbar. Was der Chirurg nicht erlernen kann, ist ein Gefühl für Ästhetik, um das Erlernte um- und einzusetzen und den individuellen Ansprüchen der Klientel gewachsen zu sein.

Nasenplastiken (ästhetisch-plastische Nasenoperation) und Schönheitsideale in verschiedenen Kulturen und im geschichtlichen Verlauf


Was wir als schön empfinden, ist abhängig vom kulturellen Background, in dem wir aufgewachsen sind. Durch die globalisierte, medienverknüpfte Welt werden auch die sogenannten Schönheitsideale nicht nur in andere Kulturen transportiert, sondern auch von vielen übernommen.

Bsp. Asien: Öffnung und Geradstellung der Augen, Aufrichtung der flachen Nasen, Verlängerung des Untergesichtes, um aus einem runden ein ovales Gesicht zu formen

Bsp. Orient, arabische Länder: Die häufigsten plastischen Gesichtsoperationen sind Nasenplastiken, um aus einer Lang- oder Höckernase eine den Schönheitsnormen der westlichen Kulturkreise entsprechende, schmale, kurze, aufgerichtete Nase zu formen

Schönheitsideale wandeln sich; Griechen, Römer, Perser hatten in ihren Hochkulturen gänzlich andere Vorstellungen, was Schönheit betraf. Die ersten Nasenrekonstruktionen wurden bereits im 6. Jahrhundert v.Chr. in Indien von Priestern durchgeführt. In dieser Kultur spielte das Abschneiden der Nase eine bedeutsame Rolle im Strafvollzug. Dadurch wurde damals schon der Grundstein für Plastische Chirurgie gelegt. Diese Kenntnis gelangte über Persien und die arabischen Länder ins Abendland. Johann Friedrich Dieffenbach, ein Berliner Chirurg, hat die Nasenersatzplastik weiter vervollkommnet.

Die erste endonasale Nasenverkleinerung wurde von dem amerikanischen Arzt John Orlando Roe in New York durch- und eingeführt. Er gilt als der Vater der amerikanischen ästhetischen Rhinoplastik. In Berlin führte Jakob Joseph (später nannte er sich Jaques) unabhängig von Roe die erste ästhetische Nasenoperation durch. Er gilt als herausragender Pionier in der Schaffung der Grundlagen der modernen Nasenplastik. Diese Grundlagen haben noch heute, wenn auch in geringer Abwandlung, ihre Gültigkeit.

Untersuchungen vor der Nasenplastik (ästhetisch-plastische Nasenoperation)


Vor einer ästhetisch-plastischen Nasenoperation sind wichtige Voruntersuchungen die Regel. Die klinische Inspektion und Befunderhebung sowie Fotodokumentation der Nase steht bei jeder Erstkonsultation an. Aus den klinischen, objektiven Befunden folgen weitere Verfahren zur Objektivierung der Diagnosen.

Nasenatmungsbehinderungen – wie Nasenscheidenwandverkrümmungen, Verengungen durch die conchae nasales media und inferior, Polypen, ausgeprägte Nasenmuscheln –, aber auch allergische Reaktionen an der Nasenschleimhaut und den Nebenhöhlen müssen erkannt werden und in die Nasenplastik – eventuell als funktioneller Part – einbezogen werden. Hierzu stehen dem Arzt neue und verbesserte Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Die Rhinometrie erfasst die Nasenatmungsbehinderung und misst den Nasendurchfluss. Die akustische Rhinometrie ist ein neues nicht-invasives Messverfahren zur Darstellung der Querschnittflächen der Nasenhaupthöhlen (luftführende Nasenfläche). Es ist ein Verfahren, das bei Allergikern angewendet wird, um die Wirksamkeit abschwellender Medikamente zu erfassen. Die optische Rhinometrie ist eine direkte und kontinuierliche Messung der Nasenschleimhaut bei Allergieprovokation.

Nach den Voruntersuchungen vor der Nasenoperation sollte ein weiterer Termin zur Besprechung der Ergebnisse und Befunde folgen. Wichtig ist hierbei, dem Nasenplastik-Patienten eine einsichtige Operationsplanung – funktionell und ästhetisch – zu erläutern. Selbstverständlich sollte in derselben Sitzung eine eingehende Aufklärung über die Nasenoperation selbst und die Risiken bei einer Nasenplastik erfolgen. Hierzu werden individualisierte Aufklärungsbogen, die die jeweiligen Verbände empfehlen, benutzt.

Die Aufklärung sollte nicht am Tag der Nasenoperation stattfinden, sondern mindestens 48 Stunden vor der Nasenplastik, sodass der Patient die Möglichkeit hat, die Risiken nochmals zu überdenken und eventuell von der Nasenoperation zurück zu treten.

Anästhesie bei der Nasenplastik (ästhetisch-plastische Nasenoperation)


Die Nasenoperation einer totalen Nasenplastik sollte grundsätzlich in einer überwachten Vollnarkose (Intubationsnarkose) stattfinden. Die allgemeine körperliche Untersuchung und die Aufklärung über Narkoseart und -risiken sind Aufgabe des Anästhesisten. Hier werden auch die notwendigen Blutuntersuchungen, Lungendurchleuchtung, EKG dem Patienten mitgeteilt, die eventuell auch beim jeweiligen Hausarzt durchgeführt werden können. Der Aufenthalt in der Klinik ist eine Nacht, die der Gesetzgeber nach einer Vollnarkose vorschreibt.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012

Artikelinformationen zu Nasenplastik (ästhetisch-plastische Nasenoperation)
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Dr. med. Bernhard F. Wuchner

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