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Botulinumtoxin-Behandlung (Botox®-Behandlung) - Methoden

In welchen medizinischen Bereichen wird Botulinumtoxin (Botox®) eingesetzt?


Nachfolgend sollen die verschiedenen etablierten Indikationen für eine Botulinumtoxin-Behandlung (Botox®-Behandlung) aufgeführt werden. Verschiedene medizinische Fachgruppen aus den Gebieten der Neurologie, Augenheilkunde, Orthopädie, Urologie, Dermatologie und Ästhetischen Medizin machen sich die Wirkweise des hoch potenten Eiweißstoffes Botulinumtoxin (Botox®) zu nutze.



Botulinumtoxin (Botox®) dient heute den entsprechend qualifizierten Ärzten weltweit unter anderem teils im Rahmen seiner offiziellen Zulassung, teils im Rahmen des sog. „off-label-uses“ (sinnvolle ärztliche Verwendung eines Medikamentes jenseits seines offiziellen Einsatzbereiches) der Behandlung von z.B.:

A. Medizinischen Indikationen:

  • Strabismus (Schielen)
  • Verschiedene Formen von Dystonie (krankhafte Bewegungsstörungen mit zentral-neurologischem Ursprung), z.B.:
    • Blepharospasmus (krankhafte Lidkrämpfe)
    • Torticollis spasmodicus (krankhafter Schiefhals)
    • Gliederdystonie (u.a. Schreibkrampf)
    • Spasmus hemifacialis (einseitige Gesichtsmuskelverkrampfung)
    • Meige-Syndrom = idiopathische orofaziale Dystonie
  • Sialorrhoe (abnormer Speichelfluss)
  • Bruxismus (Zähneknirschen)
  • Verschiedene Formen einer Spastik (z.B. aufgrund einer neurologischen Erkrankung wie infantiler Zerebralparese bei Kindern oder nach Schlaganfall)
  • Verschiedene Formen von Tremor (Zittern)
  • Spastiken im Bereich des Harnblasenausgangs
  • Spastiken im Bereich des Anus, z.B. beim Vorliegen von Analfissuren (Einrissen der Analschleimhaut)
  • bestimmte Formen von Migräne bzw. spannungsbedingten Kopfschmerzen
  • bestimmte Formen von schmerzhaften Muskelverkrampfungen
  • Tennisellenbogen
  • Übermäßiges Schwitzen vor allem axillär (unter den Achseln), aber auch im Stirn-/Gesichtsbereich oder an den Händen

B. Ästhetischen Indikationen:

Die Zielsetzungen der Botulinumtoxin-Behandlung (Botox®-Behandlung) sind hier insbesondere die Glättung mimischer, d.h. dynamischer Falten sowie die Harmonisierung von muskulär bedingten Dysbalancen im Gesichts- und Halsbereich.
  • Stirnfalten (sog. „Denkerfalten“)
  • Falten zwischen den Augenbrauen (sog. „Zornesfalten“)
  • Diskrete Anhebung der Augenbrauen (sog. „eye-brow-lift“)
  • Leichte Erweiterung der Augenöffnung im Unterlidbereich besonders beliebt bei Personen asiatischen Ursprungs (sog. „open-eye-look“)
  • Übermäßige Ausprägung der seitlichen Lachfalten am Auge (sog. „Krähenfüße“)
  • Falten im Bereich des Nasenrückens (sog. „bunny lines“)
  • Feine Fältelung um den Mund herum (sog. „Raucherfältchen“)
  • Zu starkes Sichtbarwerden des Zahnfleisches beim Lachen (sog. „gummy smile“)
  • Absenkung des Mundwinkels und sog. „Marionettenfalten“ oder auch “Merkelfalten“
  • Abflachung der seitlichen Gesichtskontur im unteren Drittel bei Hypertrophie des großen Kaumuskels (musculus masseter)
  • Hervortreten von bandartigen Strukturen des flachen Halsmuskels (=Platysma) mit dem Erscheinungsbild des sog. „Truthahnhalses“.

Der erwünschte Behandlungseffekt setzt in der Regel zwei bis drei Tage nach der Injektion von Botolinumtoxin (Botox®) ein und steigert sich dann langsam, bis nach ca. zwei Wochen die vollständige Wirkung eingetreten ist. Die Wirkungsdauer einer Botulinumtoxin-Behandlung (Botox®-Behandlung) liegt je nach Dosis und Behandlungsindikation zwischen einem und sechs Monaten.

Wann sollte Botulinumtoxin (Botox®) nicht eingesetzt werden?


Auch wenn keinerlei Hinweise auf eine Gefährdung des Ungeborenen oder Säuglings vorliegen, sollte auf eine Botulinumtoxin-Behandlung (Botox®-Behandlung) in der Schwangerschaft oder Stillzeit verzichtet werden. Ebenso sollte Botulinumtoxin (Botox®) nicht bei Vorliegen einer mit Muskelschwäche einhergehenden Grunderkrankung (z.B. Myasthenia gravis) oder während der Einnahme bestimmter Antibiotika oder blutverdünnenden Mittel verwendet werden. Eventuell bestehende Entzündungen im Behandlungsgebiet sollten vor einer Botulinumtoxin-Behandlung (Botox®-Behandlung) vollständig zum Abklingen gebracht werden.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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