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Allgemeine Informationen - Plastische-Ästhetische Chirurgie

Schönheitschirurgie im Wandel der Zeit

Die Ästhetische Chirurgie boomt. Über 1.500 sogenannte „Schönheitschirurgen“ gibt es in Deutschland. Ließen sich 1990 ca. 190.000 ästhetische Eingriffe verzeichnen, so war die Zahl 2003 bereits auf über 1Million angewachsen und man braucht kein Prophet zu sein, um ein Ansteigen auf weit über eine Million Eingriffe zu prognostizieren.

Fragt man nach den Gründen für diesen Boom, so sind die Antworten recht unterschiedlich. Die gesteigerte Nachfrage etwa habe zu einer Zunahme des Angebotes geführt, es würden halt die Gesetze der Marktwirtschaft gelten. Dennoch gilt es hier, etwas weiter zu schauen. Ganz unbestritten hat sich in den letzten Jahren die wirtschaftliche Situation der niedergelassenen Ärzte entscheidend geändert. Hieß es früher noch, man müsse nur ein Arztschild an eine Hauswand hängen, um sein Wartezimmer zu füllen, ist die Lage nun eine grundlegend andere. Erstens hat sich der Patient zum Kunden entwickelt, und zweitens heißt heute eine Steigerung der Patientenzahlen nicht unbedingt mehr auch eine Steigerung der Rentabilität ärztlicher Leistung. Im Gegenteil, die Entwicklung der Honorierung durch die Kassen führte dazu, dass manche Eingriffe, besonders im chirurgischen Bereich, nur noch unzureichend honoriert werden, und dass Patienten mit diesen Krankheitsbildern zumindest aus ökonomischer Sicht nicht gerade erwünscht sind.

Mehr denn je wird der Privatpatient lukrativ. Individuelle Gesundheitsleistungen, das ist das Schlagwort dieser Zeit im Gesundheitswesen. Diese Leistungen können von Arzt und Patient frei verhandelt werden und ermöglichen auch eine andere Liquidation.

Nun waren Eingriffe auf dem Gebiet der Schönheitschirurgie schon immer Leistungen, die privat bezahlt werden mussten. Nur in wenigen Ausnahmefällen wurden solche Leistungen von den Kassen übernommen, wenn etwa ein äußerlicher Defekt zu klinisch relevanten psychischen Störungen führte. Angesichts des oben beschriebenen Booms ist es offensichtlich, dass die ökonomischen Chancen für die ästhetische Chirurgie mehr als gut sind. Die Patienten sind offensichtlich willens und in der Lage, für gute Leistungen auch gutes Geld zu zahlen.
Man mag es begrüßen oder bedauern, aber eines der Ergebnisse der Kostendämpfungsgesetze im Gesundheitswesen ist die Entwicklung des Arztes zum Unternehmer, und als solcher unterliegt er marktwirtschaftlichen Regularien. Er muss seine Leistungen anbieten und beschreiben, um im Kampf um den Kunden „Patient“ nicht ins Hintertreffen zu geraten. Dies treibt aber gerade im Bereich der plastischen Chirurgie die merkwürdigsten Blüten.

Wirft man einen Blick in die Regenbogenpresse, ist man erstaunt ob der Vielfalt der phantasievollen Titel gerade in diesem Bereich. Da dienen Schönheitschirurgen, Schönheitsmediziner und Fachärzte für Ästhetische Medizin ihre Dienst dem geneigten Publikum an. Fachkliniken für Schönheitsoperationen mit international erfahrenem Ärzteteam arbeiten nach den neuesten amerikanischen, brasilianischen oder tibetanischen Methoden und versprechen Schönheit, eine neue Identität von Körper und Seele. Für die Presse ist dies ein begehrtes Thema, denn mit den neuen Schönheitsidealen assoziiert man ein neues Lebensgefühl, Beauty und Wellness werden mit neuer gesteigerter Lebensqualität gleichgesetzt, und Zeitungen, die darüber berichten, werden verkauft. Schön ist gut und offen für die fragwürdigsten Werbeeffekte. Das hat mit seriösem Journalismus nicht viel zu tun, denn selten werden diese so genannten neuen Methoden, ihre Nomenklatur und ihr wahrer Innovationswert kritisch hinterfragt.
Das, was jeder Patient durch Arztbefragung als Selbstaufklärung betreiben sollte, findet in der Presse selten oder gar nicht statt.

  • Ist die Methode wirklich neu oder nur eine Weiterentwicklung einer schon bekannten?
  • Gibt es bereits statistisch relevante Erfahrungswerte?
  • Ist die Methode in der Fachwelt diskutiert und dokumentiert worden?
  • Wurden klinische Studien nach wissenschaftlichen Standards durchgeführt?
  • Wurden Risikokalkulationen durchgeführt und wurden die Risiken beschrieben?
  • Wurden die Erkenntnisse veröffentlicht und in der Fachwelt wissenschaftlich diskutiert?
  • Gibt es Referenzen durch renommierte Vertreter des Fachs?

All diese notwendigen Fragen werden selten gestellt und noch seltener beantwortet. Hier gibt es eine Gesetzeslücke zu beklagen, denn alle diese Phantasietitel sind weder genau definiert noch in irgend einer Weise geschützt. Jeder approbierte Arzt darf sich Schönheitschirurg nennen und – was noch wichtiger ist – auch operieren. Um es zynisch auszudrücken: jeder, der ein Messer halten kann, darf auch operieren. Dass sich unter diesen Umständen Fehler häufen, somit die Schönheitsreparatur repariert werden muss, liegt auf der Hand.

Die vier Säulen der Plastischen Chirurgie

Was ist Plastische Chirurgie?

Die Plastische Chirurgie hat schon immer Faszination geweckt. Die älteste Überlieferung, die wir kennen, stammt aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. In Indien machten „Plastische Chirurgen” durch die sensationelle Rekonstruktion der menschlichen Körperoberfläche von sich reden: Ihnen gelang der Überlieferung zufolge die erste Nasenersatzplastik. Von Indien aus verbreitete sich die hohe Kunst der filigranen Wiederherstellung von Form und Funktion auch in andere Länder. Damals wie heute übte und übt die Plastische Chirurgie eine starke Faszination auf die Öffentlichkeit aus. Gleichzeitig wird diese übergreifende chirurgische Spezialdisziplin oft fälschlich auf einzelne Teilbereiche reduziert. Ein kurzer Streifzug durch die Aufgabengebiete der VDPC-Ärzte gibt Einblick in die vielfältige Arbeit eines Plastischen Chirurgen.

Die vier Säulen der Plastischen Chirurgie

Die Plastische Chirurgie wird von vier Säulen getragen: Der Ästhetischen Chirurgie, der Rekonstruktiven Chirurgie, der Verbrennungschirurgie und der Handchirurgie. In allen vier Teilgebieten kommen die Operationsmethoden der Mikrochirurgie, Laserchirurgie und Endoskopie zum Einsatz. Das Fachgebiet lebt von der kontinuierlichen Schaffung oder Weiterentwicklung neuer oder bewährter Techniken. Dabei ist keine der vier tragenden Säulen entbehrlich. Methodisch ergänzen sich die Bereiche und bilden in Ihrer Einheit die Grundlage für Innovation im Gesamtgebäude der Plastischen Chirurgie.

Ästhetische Chirurgie

Unter Ästhetischer Chirurgie versteht man Eingriffe zur Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes, ohne dabei eine Erkrankung zu beseitigen. Die wesentliche medizinische Aufgabe des Plastischen Chirurgen liegt in der fachkompetenten Beratung des Patienten. Bewertet wird die Operabilität, d.h. ob eine Operation der gewünschten Art grundsätzlich durchführbar ist. Dazu gehören die Abschätzung des Risikos von Komplikationen und eine Abschätzung der Erfolgswahrscheinlichkeit. Da der Schritt zur Operation eine persönliche Entscheidung des Patienten ist, wird eine besonders ausführliche Aufklärung gefordert. Deshalb ergibt sich nicht selten die Notwendigkeit, von einer Operation abzuraten. Ganz besonders in diesem Punkt sieht die VDPC eine Verpflichtung für Ihre Mitglieder und fordert herausragende Qualifikation.

Der ästhetische Aspekt findet natürlich bei allen plastisch-chirurgischen Operationen Berücksichtigung. Form und Funktion bilden immer eine Einheit. Jede auch medizinisch notwendige Operation sollte auch zu einem formal befriedigenden ästhetischen Resultat führen. Das gilt gleichermaßen für die Rekonstruktive Chirurgie, die Verbrennungschirurgie und die Handchirurgie.

Rekonstruktive Chirurgie

Die Rekonstruktive Chirurgie als zweite Säule der Plastischen Chirurgie befasst sich mit der Wiederherstellung der Körperoberfläche nach Tumoroperationen oder Unfällen, aber auch mit der Schaffung normaler Form und Funktion bei angeborenen Fehlbildungen. Bei diesen unterschiedlichsten Indikationen ist eine große Methodenvielfalt notwendig. Mikrochirurgische Techniken zur Verpflanzung großer Hautareale unter Einschluss von Fettgewebe, Muskeln und Knochen haben wesentlich erweiterte Möglichkeiten zur Wiederherstellung eröffnet. So können heute gelähmte Gesichtsmuskeln ersetzt und große Knochendefekte überbrückt werden. Moderne plastisch-chirurgische Techniken haben eine größere Radikalität in der Tumorchirurgie und damit die Aussicht auf Heilung in vielen Fällen erst ermöglicht.
Grundprinzip der Rekonstruktiven Chirurgie ist die Verlagerung gesunden Gewebes aus einer Körperregion in einen Defekt einer.anderen Region. Voraussetzung ist die genaue Kenntnis von Anatomie, Durchblutung, Gefäßarchitektur und der verschiedenen Gewebequalität am gesamten menschlichen Körper. Das gilt auch für den Funktions- und Formverlust an der Entnahmestelle, auch Hebedefekt genannt, denn auch daran wird der Operationserfolg bewertet. Somit wird die Entscheidung über die Wahl der Rekonstruktionsmethode und des verwendeten Gewebes zu einer komplexen Entscheidung, die fachliche Kompetenz und viel Erfahrung erfordert.

Verbrennungschirurgie

Unmittelbar nach einer Verbrennung geht es primär um die Erhaltung des Lebens. Dazu müssen abgestorbene Teile der Körperoberfläche frühzeitig und radikal entfernt werden. Auch dies vollzieht sich vor dem Hintergrund der umgehenden Rekonstruktion mit den Techniken der Plastischen Chirurgie. In dieser kritischen frühen Phase ist es Aufgabe der Plastischen Chirurgie Flüssigkeitsverlust und potentielle Infektionen zu minimieren. Nach Überwindung dieser kritischen Zeit beginnt die meist lange Phase der schrittweisen Wiederherstellung der Körperoberfläche. Form und Funktion sind auch dabei oft nur unter Nutzung aller rekonstruktiven, einschließlich der mikrochirurgischen Techniken des Gewebetransfers zurückzugewinnen.

Handchirurgie

Eine bedeutende Aufgabe in der Plastischen Chirurgie ist die Handchirurgie. Die grundsätzlichen Methoden der Plastischen Chirurgie finden hier besonders komplex und differenziert ihre Anwendung. Die Hand als Schnittstelle zwischen unserer gedanklichen Welt und Umgebung verfügt über eine erhebliche Modulationsfähigkeit, die sich in ihrer Struktur wiederspiegelt. Sie ist zu enormen Kraftleistungen bei Sportlern und Schwerstarbeitern ebenso fähig, wie zu filigranen Bewegungen von großer Geschicklichkeit z.B. beim Musiker. Meist müssen viele Methoden miteinander kombiniert eingesetzt werden, um den auf engstem Raum zusammenliegenden Strukturen gerecht zu werden. Auch hier war die Mikrochirurgie Motor für große Fortschritte. Die Replantation abgetrennter Finger oder Gliedmaßen sind bekannte Beispiele. Weitere Fortschritte wurden durch Muskelverpflanzung zur Wiederherstellung der Bewegung gelähmter Extremitäten erzielt. Kombiniert mit Operationen an den Nerven, lassen sich gelegentlich sogar völlig funktionslose Arme wieder für Hilfsfunktionen verfügbar machen. Dies ist nur durch eine besondere Ausbildung und große Berufserfahrung des Plastischen Chirurgen zu erreichen.

Techniken der Rekonstruktiven Chirurgie

Einige exemplarische rekonstruktive Techniken der Plastischen Chirurgie zur Erläuterung wichtiger Begriffe sind im Folgenden beschrieben:

1. Gefäßgestielte Lappenplastiken

Hierbei wird das zu verlagernde Gewebe an seinem ernährenden Gefäßstiel wie an einer Nabelschnur belassen. Dies schränkt natürlich den Aktionsradius ein. Die konsequente Weiterentwicklung dieser Technik und die Erforschung der Durchblutungssituation ermöglichen dem Plastischen Chirurgen heute, diese Nabelschnur immer exakter zu präparieren und den Aktionsradius sowie die Sicherheit der gestielten Lappenplastiken zu optimieren.

2. Freie Lappenplastiken und Mikrochirurgie

Durch die Entwicklung der Mikrochirurgie sind wir heute in der Lage, mikroskopisch kleine Blutgefäße und Nerven wieder zu vernähen und so den Blutfluss und die Nervenversorgung in einem Gewebe wiederherzustellen. Das ermöglicht die Verpflanzung von entferntem Körpergewebe und die Replantation traumatisch amputierter Gliedmaßen. Da der Blutfluss nur kurzzeitig unterbrochen werden darf, sind für diese Tätigkeit hochqualifizierte und trainierte plastisch-chirurgische Teams erforderlich. Diese Technik erlaubt es nun, Gewebe von einer entfernten Körperstelle zu heben und dem Defekt optimal anzupassen, der damit ersetzt werden soll.
 
3. Expandertechnik
 
Durch Gewebedehnung können Haut und Weichteile, ja sogar Knochen, nach und nach vergrößert oder verlängert werden. Ähnlich wie die Dehnung der Bauchdecke bei einer Schwangerschaft wird die Dehnung über einen langen Zeitraum vorgenommen. So ist es möglich geworden, Defekte mit Gewebe aus der Umgebung zu decken und damit die ästhetischen und funktionellen Einheiten mit gleichwertigem Material zu ersetzen oder zu ergänzen. Beispielsweise kann ein Defekt der Kopfhaut nach Gewebedehnung der restlichen Skalphaut auch wieder mit behaarter Haut gedeckt werden. Die inzwischen ausgereifte Technik wurde 1978 von Radovan entwickelt.
 
4. Endoskopie
 
Die Endoskopie, auch als „Schlüssellochchirurgie” bezeichnet, erlaubt unter Sicht durch die Kamera die subtile Präparation von Gewebsstrukturen von einer gewissen Distanz aus, so dass Narben in weniger auffälligere Bezirke verlagert werden können. Dies ermöglicht in vielen Fällen das Gewebe zu schonen oder auch an sonst unzugänglichen anatomischen Regionen unter exakter visueller Kontrolle atraumatisch zu arbeiten.
 
5. Implantate

Neben den bereits genannten Techniken, bei denen körpereigenes Gewebe verpflanzt wird, gibt es auch eine Reihe von Fremdmaterialien, die als Knochenimplantate, Kunststoffnetze oder Silikonimplantate dem Plastischen Chirurgen zur Verfügung stehen. Die konsequente wissenschaftliche Erforschung dieser Materialien und deren Weiterentwicklung ist durch die Plastische Chirurgie entscheidend vorangetrieben worden und ein eindrucksvolles Beispiel für die enge Verbindung von Ästhetischer- und Wiederherstellungschirurgie, die aber auch die wichtige Kooperation zwischen der Wissenschaft und der medizinischen Produktindustrie reflektiert.

Rekonstruktive Plastische Chirurgie von Gesicht, Kopf und Hals

Was sind angeborene Fehlbildungen im Gesicht, an Kopf und Hals?

Wenn im Mutterleib ein Embryo heranreift, dann entstehen aus wenigen Zellhaufen mit der Zeit die anatomischen Einheiten des Körpers (Organe, Gliedmaßen, Körperform). Bei diesem Prozess können Fehler auftreten, die besonders im Gesicht als sehr entstellend empfunden werden und für die Angehörigen oft einen Schock bedeuten.
Bekannte Beispiele hierfür sind Blutschwämme, Muttermale, Lippen- Kiefer-Gaumenspalten, Ohrfehlbildungen (im einfachsten Falle abstehende Ohren). Aber auch komplexere Fehlbildungen der Proportionen des Gesichtsschädels (kraniofaziale Anomalien) sind nicht selten. Die frühzeitige und professionelle Therapie derartiger Fehlbildungen durch den Plastischen Chirurgen dient nicht nur der Wiederherstellung der Körperfunktion, sondern ist ebenso wichtig für eine gesunde psychosoziale Entwicklung des Kindes.

Was kann die Rekonstruktive Chirurgie leisten?

Kommt ein Kind mit einer schweren Fehlbildung im Gesicht auf die Welt, so wird vom Plastischen Chirurgen ein Behandlungsplan aufgestellt, der oft eine Betreuung über Jahre erfordert. So beginnt zum Beispiel die operative Therapie einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte mit dem Verschluss der Oberlippe in subtiler Nahttechnik innerhalb der ersten Lebenswochen Korrekturoperationen am Gaumen und der Nase und kieferorthopädische Behandlungen schließen sich bis zum Abschluss des Wachstums an. Dieser Behandlungsplan sichert dem heranwachsenden Kind eine nahezu unbeeinträchtigte Entwicklung von Aussehen, Sprache, Nahrungsaufnahme, Kiefer- und Zahnwachstum.
Weiterhin verfügen Plastische Chirurgen über die Operationstechniken, um Unfallschäden des Gesichtsschädels und der Gesichtsweichteile ästhetisch ansprechend zu rekonstruieren. Hierbei spielt nicht nur die Form sondern auch die Funktion eine entscheidende Rolle. So gelingt es in jüngster Zeit bereits durch mikrochirurgische Techniken, Gesichtern nach Lähmung des Gesichtsnerven (Nervus facialis) die Fähigkeit zur Mimik und damit das Lachen zurückzugeben. Ein weiteres Beispiel für die Wiederherstellung einer Körperfunktion durch den Plastischen Chirurgen im Gesichtsbereich ist die Beseitigung einer Behinderung der Nasenatmung. Durch Korrektur des Nasenskeletts und der Nasenscheidewand kann die Verlegung der Atemwege behoben werden.

Rekonstruktive Plastische Chirurgie der Brust- und Bauchwand

Welche Erkrankungen gibt es an der Brust und Bauchwand?

Zur Behandlung zahlreicher Fehlbildungen der Brust mit fehlender Brustdrüse oder Brustwarze, Anlagefehlern des Brustmuskels, Makromastie (Brustübergröße), Mikromastie und damit verbundener Asymmetrie, sind moderne Techniken in der Plastischen Chirurgie entwickelt worden.
Im Bereich der Bauchwand werden Brüche (Hernien), Weichteiltumoren, Verbrennungen, Fettleibigkeit, Narbenkontraktionen nach Operationen und Unfallfolgen behandelt.

Welche Operationsmöglichkeiten gibt es?

Folgen einer Makromastie sind für Patientinnen oft unerträglich. Entzündungen in den Hautfalten, Schmerzen in Brust und Rücken, einschnürende BH-Träger und Veränderungen an der Wirbelsäule mit statischen Problemen sind nur einige davon. Die Brustverkleinerung ist eine von Plastischen Chirurgen entwickelte Technik, die es erlaubt, mit ästhetisch ausgezeichneten Resultaten die Folgen einer Makromastie zu beheben. Unterschiedliche Operationsmethoden können den speziellen Bedürfnissen der Patienten angepasst werden.
Große Bauchhaut-Fettschürzen mit chronischen Weichteilentzündungen in den Hautfalten, Gehbehinderungen durch überschüssiges Gewebe und ein lockerer Hautmantel – all dies bildet sich nach Gewichtsreduktion aufgrund des überdehnten Gewebes nicht zurück. Durch Hautstraffungen, Muskelverlagerungen und Fettgewebsentfernungen können nach Gewichtsreduktion am ganzen Körper Problemzonen beseitigt oder zumindest doch deutlich vermindert werden.

Plastische Chirurgie bei Brustkrebs

In zahlreichen Zentren der Plastischen Chirurgie wird der Behandlung des Brustkrebses besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die operative Therapie des Brustkrebses wird von Plastischen Chirurgen nach den international gültigen Standards der Tumorbehandlung durchgeführt. Sind die Brustdrüse und die entsprechenden Lymphknotenstationen entfernt, kann hier sofort eine Rekonstruktion der Brust angeboten werden. Möglich ist genauso eine Mammarekonstruktion zu einem späteren Zeitpunkt.

Für den Brustwiederaufbau können die Plastischen Chirurgen die gesamte Palette moderner Verfahren individuell zur Situation des Patienten passend anbieten, vom Silikonimplantat bis zum Eigengewebe.
Exemplarisch sei der Brustwiederaufbau aus dem Fettgewebe des Unterbauches genannt. Hier wurde innerhalb der letzten Jahre in der Plastischen Chirurgie eine innovative Technik mit Eigengewebe (DIEP-Lappen) entwickelt, die den Brustaufbau ohne die früher nötige Störung der Bauchmuskulatur erlaubt. Die Plastische Chirurgie ist derzeit das einzige Fachgebiet, welches diese Operationstechnik anbietet. Der DIEP-Lappen stellt heute den „golden Standard” in der Brustrekonstruktion dar.

Rekonstruktive Plastische Chirurgie im Urogenitalbereich

Was sind Fehlbildungen am äusseren Genitale?

Fehlbildungen des äusseren Genitale können zu Funktionsstörungen führen und haben zudem oft schwere psychische Folgen für die Patienten. Die häufigsten Fehlbildungen beim Mann sind angeborene Veränderungen des Harnröhrenausganges. Bei Frauen kommen Fehlbildungen der Vagina vor.

Welche Techniken gibt es?

Zur Korrektur aller Fehlbildungen im Urogenitalbereich stehen dem plastischen Chirurgen eine Reihe von Operationstechniken zur Verfügung. Die Harnröhre kann durch Gewebe aus der Vorhaut schon im Kleinkindalter korrigiert werden.
Es ist durch die Mikrochirurgie sogar möglich geworden, die äußeren Genitalien komplett neu zu bilden. Dies kann nach Unfällen, Tumoroperationen, oder auch bei Geschlechtsumwandlungen erforderlich werden.
Mit Fremdmaterialien vertraut, gehört es auch zu den Aufgaben des Plastischen Chirurgen im Falle von therapieresistenten Erektionsstörungen Pumpsysteme zu implantieren und damit die Lebensqualität zu verbessern.

Plastische Rekonstruktionen in der Handchirurgie

Handchirurgie als Spezialfach

Die enorme Funktionalität der Hand wird durch ein komplexes Zusammenspiel anatomischer Strukturen wie Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Nerven und Blutgefäßen auf engstem Raum gewährleistet.
Schon kleinste Verletzungen und Erkrankungen betreffen oft mehrerer strukturelle Einheiten und haben gravierende Folgen. Eine erfolgreiche Behandlung setzt deshalb umfangreiche Spezialkenntnisse des Arztes voraus.
Eine gewebeschonende Operationstechnik, die vielfältigen Möglichkeiten des Gewebeersatzes sowie die Fähigkeit komplexe Strukturen mit der Mikrochirurgie zu rekonstruieren, qualifizieren den plastischen Chirurgen für dieses Fachgebiet in der Plastischen Chirurgie. Die Handchirurgie ist eine tragende Säule, die zusätzliche dreijährige Pflichtweiterbildung zum Schwerpunkt Handchirurgie trägt dem besonders Rechnung.

Fehlbildungen der Hand

Fehlbildungen der Hand gehören zu den häufigsten am menschlichen Körper und kennen erstaunliche Variationsbreiten. Völliges Fehlen von Fingern oder das Vorkommen zusätzlicher Finger, zusammengewachsene Finger oder Form- und Größenveränderungen machen das breite Spektrum der Fehlbildungen aus. Die Fehlbildungen können auch die Handwurzel oder die gesamte obere Extremität betreffen.

Welche Operationstechniken gibt es?

Durch Verlagerung von Haut und Weichteilgewebe, Knochen, Nerven, Blutgefäßen, Sehnen und Muskeln können diese Fehlbildungen und somit Funktionalität und ästhetisches Erscheinungsbild gebessert werden. Die Mikrochirurgie hat komplexe Ersatzoperationen wie den Zehentransfer vom Fuß auf die Hand möglich gemacht. 40% aller Unfälle betreffen Verletzungen der Hand. Für Weichteilverletzungen stehen die Techniken der Transplantation und Lappendeckung zur Verfügung. Die Mikrochirurgie ermöglicht die Rekonstruktion von Nerven und Gefäßen. Spezielles Instrumentarium ist für Knochenbrüche an der Hand entwickelt worden, um frühfunktionelle, übungsstabile Osteosynthesen operativ herstellen zu können.

Rekonstruktive Chirurgie nach Unfällen und Operationen

Was sind Folgen von Unfällen und Operationen?

Die Aufgabe der Plastischen Chirurgie ist es, nach Unfallverletzungen komplexe Strukturen in Form und Funktion wiederherzustellen. Gleiches gilt für große Tumoroperationen, die radikale Entfernung von befallenen Strukturen des Körpers erforderlich machen. Das Schadensmuster und die Bedürfnisse der Patienten müssen nach Unfällen und großen Tumoroperationen individuell erfasst und in den operativen Therapieplan integriert werden.

Wie kann einem Unfallverletzten geholfen werden?

So unterschiedlich auch Verletzungsmuster oder Operationsfolgen sind, so vielfältig sind die rekonstruktiven Techniken in der Plastischen Chirurgie. Hierbei geht es dem Plastischen Chirurgen immer um die Wiederherstellung von Form und Funktion.

Sind zum Beispiel Weichteile und Muskeln auf der Beugeseite einer Extremität defekt, so wird neben der Weichteilrekonstruktion eine Muskelverlagerung durchgeführt, um auch eine aktive Beugung in diesem Gelenk wieder zu ermöglichen.

Wurde im Bereich des Gesichtes ein Tumor entfernt, der Kieferknochen, Mundschleimhaut und Nasenanteile zerstört hat, dann kommen sogenannte „composite grafts” (zusammengesetzte Transplantate) zum Einsatz. Das sind mikrochirurgisch verpflanzte Gewebeeinheiten, die aus verschiedenen Teilgeweben bestehen (Knochen, Haut, Knorpel) und so komplexe Rekonstruktionen ermöglichen.
Neuste Entwicklungen erlauben sogar die Präformierung eines neuen Körperteils (z.B. Nase) an anderer Stelle (Stirn), bevor man dann das bereits geformte und aus den Einzelteilen (Haut + Knorpelgerüst) aufgebaute Körperteil an seine korrekte Stelle verlagert. Diese bezeichnet man als „prefabricated flaps“ (vorgefertigte Lappen) und sie erhöhen die Sicherheit in der Gewebeverpflanzung und verbessern die erzielten Resultate zunehmend.

letzte Aktualisierung: 11.02.2010
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