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Perkutane Nephrostomie (PCN) - Hintergrund

Perkutane Nephrostomie (PCN)


Bei der perkutanen Nephrostomie, abgekürzt PCN, handelt es sich um einen im Nierenbecken einliegenden Katheter, der durch eine transkutane Nierenpunktion eingebracht wird. Die Einlage einer perkutanen Nephrostomie (PCN) erfolgt zur kurzfristigen Harnableitung bei Abflussstörungen der Niere oder einer Urinfistel nach Harnleiterverletzung.

Hintergrund zur perkutanen Nephrostomie (PCN)


Als Wegbereiter der perkutanen Nephrostomie gilt Willard G. Goodwin. Er führte mit seinen Mitarbeitern im Jahre 1955 die perkutane Punktion von hydronephrotischen Nieren mittels Trokar unter Röntgenkontrolle und anschließender Kathetereinlage durch. Allerdings wurden bereits vor Goodwin transkutane Nierenpunktionen durchgeführt: So veröffentlichte Thomas Hillier 1865 einen Fallbericht über die Punktion einer hydronephrotischen Niere bei einem vierjährigen Jungen. Des weiteren gibt es Berichte über perkutane Punktionen hydronephrotischer Nieren von Gustav Simon aus dem Jahre 1871, J. C. Coghill 1875 und von Dieulafoy 1887. Man geht sogar davon aus, dass solche Punktionen schon zu einem früheren Zeitpunkt mit dem 2000 Jahre alten sog. Explorationstrokar durchgeführt wurden.

Erste realtime Punktion 1978
Erste realtime Punktion 1978

Bis sich das Verfahren der perkutanen Nephrostomie (PCN) für den routinemäßigen Einsatz etablierte, waren die Weiterentwicklung der Röntgendurchleuchtung und die Einführung der Sonographie notwendig.

1978 berichteten Meyer-Schwickwerath et al. über die erste Nephrostomie unter permanenter sonographischer real-time-Kontrolle. Damit war die Grundlage zur einfachen Durchführbarkeit der perkutanen Nephrostomie (PCN) gegeben, die sich schnell in der Urologie etablierte.

Indikationen zur perkutanen Nephrostomie (PCN)


Die Einlage einer PCN ist indiziert für die kurzfristige Harnableitung bei Abflussstörung einer Niere oder einer Urinfistel nach Harnleiterverletzung.

Ursache für Abflussstörungen der Nieren sind:
  • blockierende Harnleitersteine
  • Tumore
  • Fibrosen (Narben)
  • Entzündungen
  • Verletzungen
Absolute Kontraindikationen zur perkutanen Nephrostomie bestehen nicht. Als relative Kontraindikation gelten Blutgerinnungsstörungen, wobei darauf hinzuweisen ist, dass bei Patienten mit Urosepsis und konsekutiver disseminierter Koagulopathie die PCN lebensrettend sein kann.

Vorteile der perkutanen Nephrostomie (PCN)
Perkutane endoskopische Operation am Nierenhohlsystem
Perkutane endoskopische Operation am Nierenhohlsystem


  • schnell durchführbar
  • keine große Vorbereitung
  • Lokalanästhesie damit 
  • keine Narkose
  • sicheres Verfahren damit
  • komplikationsarm
  • Ultraschall als alleiniges bildgebendes Verfahren notwendig
  • die PCN ist Grundlage minimal-invasiver Eingriffe am Nierenhohlsystem



Artikelinformationen zu Perkutane Nephrostomie (PCN)
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Prof. Dr. med. Martin Meyer-Schwickerath

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