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Peritonektomie und Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC) - Hintergrund

Peritonektomie und Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC)


Der tumorbedingte Befall des Bauchfells ist im Verlauf einer Krebserkrankung mit einer schlechten Prognose verbunden. In den letzten Jahren wurde eine zunehmende Zahl an Publikationen veröffentlicht, die über eine positive Beeinflussung der Peritonealkarzinose im Falle einer begrenzten Ausbreitung durch parietale und viszerale Peritonektomie sowie intraperitoneale Chemotherapie berichten. Ein Langzeitüberleben konnte bei einer Vielzahl von Malignomen dokumentiert werden, sofern der intraoperativen, intraperitonealen Chemotherapie-Lavage die Resektion aller sichtbaren Peritonealkarzinose-Knoten vorausgeht.

Die Effizienz der chirurgischen Tumorreduktion in Kombination mit hyperthermer Chemotherapie des Bauchraumes, die sog. Peritonektomie und Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC), wurde sowohl hinsichtlich Symptomkontrolle, Verlängerung der Tumorkontrolle als auch Verlängerung der Überlebenszeit gezeigt. Häufige Indikationen für dieses kombinierte Verfahren sind:
  • Kolorektales Karzinom
  • Ovarialkarzinom (primäre und sekundäre Therapie)
  • Magenkarzinom
  • Peritoneales Mesotheliom
  • Primäres Adenokarzinom des Peritoneum
  • Pseudomyxoma peritonei
  • Dünndarmkarzinom
  • Appendixkarzinom

Vergleichende Studien liegen allerdings bisher nur für das kolorektale Karzinom vor. Die mittlere Überlebenszeit von Patienten mit peritoneal metastasiertem kolorektalem Karzinom beträgt 5,2 Monate; diese Überlebenszeit konnte in einer prospektiven Studie von Sadeghi et al. aus dem Jahre 2000 an 370 Patienten definiert werden. Im Vergleich dazu betrug die mediane Überlebenszeit nach multimodaler Therapie in einer multizentrischen Studie 19,2 Monate für das Gesamtklientel und 32,4 Monate für die Gruppe der Patienten, die vollständig reseziert werden konnten. Dieser positive Trend konnte in der prospektiv randomisierten Studie von Witkamp et al. aus dem Jahre 2001 bestätigt werden. Hier betrug der Überlebensvorteil 11 Monate gegenüber einer konventionellen systemischen Therapie (11 vs. 22 Monate).

Weitere mögliche Indikationen sind, wobei hierzu bisher nur Einzelfallberichte und keine Ergebnisse prospektiver Studien bestehen:
  • Blasenkarzinom
  • Tubenkarzinom
  • Zervixkarzinom
  • Duodenalkarzinom
Peritonektomie und  Hypertherme  Intraperitoneale Chemotherapie (HIPEC)
letzte Aktualisierung: 24.05.2013

Verwendete Quellen:
1. Basisprotokoll für ein multimodales chirurgisches Therapiekonzept zur Behandlung von Patienten mit Peritonealcarcinose mittels Peritonektomie/Multivisze-ralresektion und hyperthermer intraperitonealer Chemotherapie. Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie
2. http://www.onkochirurgie.de/index.html, konsultiert am 22.8.2010

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