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Periphere PTA - Hintergrund

Periphere PTA

Die Behandlung der vaskulären Erkrankungen (im wesentlichen Verschlüsse und Verengungen der Gefäße der Arme und Beine) hat sich in den letzten Jahren deutlich gewandelt. Das primär chirurgische Vorgehen ist dem interventionellen Vorgehen gewichen. Dieser Eingriff ist zur Routinemethode der ersten Wahl geworden und wird durch Kardiologen, Angiologen oder Radiologen durchgeführt. Er ist kostengünstig, weil der Patient nicht operiert werden muss und nur drei Tage stationär zu liegen braucht. Ziel ist es, die Extremität zu erhalten und die Lebensqualität des Patienten zu erhöhen.

Standardmethode ist die Ballondilatation, in der Fachsprache auch Perkutane Transluminale Angioplastie (PTA) genannt. Dabei wird über einen, im Gefäß liegenden Draht ein kleiner Ballon in die Gefäßverengung vorgeschoben, die dann durch Auffüllen des Ballons gedehnt wird. Dabei wird ein kontrolliertes Zerreißen der inneren Gefäßschichten herbeigeführt und die Verengung wird an den Rand gedrückt. Der Durchmesser des gewählten Ballons sollte so groß wie der des unbeeinträchtigten Gefäßes sein.

Oft ist dies nicht ausreichend, da auf lange Sicht gesehen, die Verengung wieder auftritt, deshalb werden kleine metallische Röhrchen in die Gefäße eingebaut, sogenannte Stents. Diese werden auf dem Ballon ins Gefäß eingebracht und dort entfaltet. Stents werden bevorzugt in Gefäßen mit größerem Durchmesser und hohem Blutfluss eingesetzt, sowie in den oberen Beingefäßen (A. iliaca und A. femoralis) und den Nierenarterien. Noch nicht vollständig etabliert ist das Einbringen von Stents in periphere Gefäßerweiterungen, sogenannten Aneurysmata (vgl. Kap. 3.8.8). Während der Untersuchung werden Lage von Ballon und Verengung mit Hilfe der Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen kontrolliert.

Der Patient sollte vor dem Eingriff nüchtern bleiben. Er ist während des Eingriffs wach und kann alles mitverfolgen. Es wird lediglich an der Einstichstelle eine lokale Betäubung durchgeführt. Während des Eingriffs wird das Blut medikamentös verdünnt. Nach dem Eingriff sollte die Behandlung mit Thrombozytenhemmern wie Aspirin® zur Vorbeugung von Gerinnseln weiter durchgeführt werden.

Die am meisten behandelte Erkrankung ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch Schaufensterkrankheit genannt. Dabei treten durch die Atherosklerose Verengungen der Beingefäße auf, die die Patienten dazu zwingen, nach einer bestimmten Gehstrecke wegen Beinschmerzen anzuhalten. Sie blicken dann oft verschämt in die Schaufenster der Geschäfte - daher der Name. Eine schlechte Beindurchblutung führt zu einer schlechten Sauerstoffversorgung und diese zu Schmerzen.

periphere-pta.jpgSollte ein plötzlicher Verschluss mit stark einschießenden Schmerzen auftreten, so gehört dies zu den Notfällen, in denen man nicht zögern sollte, den Notarzt zu alarmieren, denn jede Minute zählt. Man sollte das Bein dann tief lagern und nicht wärmen.

Klinische Indikation zur Ballondilatation ist der Schmerz beim Gehen von Strecken weniger als 100 m (so genannte pAVK Stadium IIb), Ruheschmerzen (Stadium III) oder gar Gewebeuntergang (Stadium IV).

 

 

 

periphere-pta2.jpg

Die periphere Ballondilatation ist bei bestimmten Gefäßverengungen eine sehr erfolgreiche Behandlungsmethode: wenn die Verengungen kurzstreckig (am besten unter 3 cm Länge) sind, dann kann man Erfolgsraten von 85 - 95 % in den oberen Beinarterien erwarten. Längere Verengungen oder gar Ver- schlüsse (größer als 10 cm) sollte man lieber operieren, besonders wenn diese nicht in den oberflächlichen Beingefäßen liegen. In den Armgefäßen ist die Erfolgsrate deutlich geringer. Wenn die Verengungen nicht hämodynamisch relevant sind, d.h. wenn diese weniger als 70 % des Gefäßquerschnittes ausmachen und kein Strömungshindernis bilden, dann sollte nicht interveniert werden.

 

periphere-pta3.jpgKontraindikationen sind lange Verengungen, schwere Verkalkungen oder eine diffuse Erkrankung, d.h. sehr viele bestehende Verengungen. Komplikationen, die auftreten können, sind Thrombosen (Gerinnselbildung), die in die kleinen Gefäße gespült werden und dort ganze Äste verschließen können. Andere sind Dissektionen, d.h. dass sich ein Teil der Gefäßwand löst und das Gefäß verlegt, oder Intimaproliferationen, d.h. dass die Gefäßinnenhaut durch ihr Wachstum das Gefäß verlegt, was besonders bei Stents vorkommt. Dann muss oft doch noch operiert werden. Man sollte sich als Patient immer bewusst machen, dass diese Behandlung, so wie auch das chirurgische Vorgehen, immer nur eine symptomatische Behandlung darstellen, d.h. dass die Folge der Gefäßalterung behandelt wird, nicht aber die Ursache. Diese kann nur durch eine gesunde Lebensführung mit Vermeidung von hohen Blutfetten (Cholesterin), Rauchen, Bluthochdruck, Fettsucht (Adipositas) und Zuckerkrankheit (Diabetes) verhindert werden.

letzte Aktualisierung: 06.05.2013

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Dr. med. M. Katz

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