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Vaskulitis - Symptome / Diagnose

Häufige Symptome der Vaskulitis (Gefäßentzündung)


  • rheumatische Beschwerden (Schmerzen in Gelenken und Muskeln, gelegentlich auch Gelenkschwellungen) 
  • das „rote Auge“ (meist in Form einer Lederhautentzündung) 
  • plötzlich auftretende Sehstörungen (Verschluss von Augengefäßen) 
  • Beschwerden im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (anhaltend verstopfte Nase, blutiger Schnupfen mit Krusten, Hörsturz) 
  • schmerzhaftes Anschwellen der Schläfenarterie und Sehstörungen 
  • Hautveränderungen, z.B. punktförmiger Ausschlag (Purpura), v.a. an den Beinen, offene Stellen, Geschwüre an Haut und Schleimhäuten, z.B. auch im Mund oder im Genitalbereich, die schlecht abheilen 
  • Kribbeln und andere Missempfindungen (Nervenentzündung) in den Füßen, seltener Händen – Bluthusten, verbunden mit Luftnot 
  • blutiger Urin 
  • blutige Durchfälle, meist mit krampfartigen Bauchschmerzen verbunden

Oft weisen aber erst hinzutretende ausgeprägte Allgemeinsymptome (Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Nachtschweiß, unerklärbare Gewichtsabnahme) dem Arzt die richtige Spur.

Die Diagnostik vor der Diagnose Vaskulitis (Entzündung der Gefäße) - wie ein Puzzle-Spiel

Jedes dieser vorgenannten Krankheitszeichen kann auch eine Vielzahl anderer Ursachen haben und bedeutet nicht zwangsläufig die Diagnose „Vaskulitis“. Hier kommt es darauf an, ähnlich eines Puzzle-Spiels, die einzelnen Symptome, die selten alle zusammen auftreten, auch zunächst wieder ohne Therapie verschwinden können, zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Dazu bedarf es in aller Regel der „Regie“ eines Internisten. Fast nie beginnt eine Vaskulitis plötzlich „aus heiterem Himmel“ von einem Tag auf den anderen! Meist werden aber erste Symptome nicht beachtet. Wenn der Arzt aufgrund der genauen Befragung des Patienten, auch nach scheinbar nebensächlichen Dingen, und der körperlichen Untersuchung zunächst nur den vagen Verdacht auf eine Vaskulitis hat, müssen unverzüglich weitere Untersuchungen folgen.

Diese beinhalten zunächst die Suche nach einer anderen, möglicherweise zugrunde liegenden Krankheit (sekundäre Vaskulitis), die dann eine ursächliche Behandlung ermöglicht. Dann müssen die verschiedenen Organe nach Zeichen einer Vaskulitis „abgeklopft“ werden, um exakt die Ausdehnung, Schwere und schon mögliche Folgen der Vaskulitis festzustellen.

Blutuntersuchung: Hier sind zunächst die allgemeinen Entzündungszeichen (z.B. erhöhte Blutsenkung, Blutbild, etc.) erstes Indiz für eine Entzündung im Körper. Diese Werte sind aber auch bei vielen anderen Krankheiten verändert und erlauben allein nicht die Diagnose „Vaskulitis“.

Antikörper: Bei manchen Vaskulitisarten findet man AutoAntikörper im Blut, die das Abwehrsystem (Immunsystem) fälschlicherweise gegen körpereigene Strukturen bildet. Normalerweise werden Antikörper ausschließlich zur Bekämpfung körperfremder „Eindringlinge“ (Bakterien usw.) gebildet. Warum plötzlich körpereigene Bestandteile attackiert werden, ist unbekannt. Von herausragender Bedeutung sind ANCA (Anti- Neutrophile Cytoplasmatische Antikörper), die gegen Teile von weißen Blutzellen (Neutrophilen) gerichtet sind. ANCA scheinen eine besondere Rolle bei der Entstehung von Vaskulitiden zu spielen, und sie sind eine große Hilfe für das Feststellen einer Wegener'schen Granulomatose, beim Churg- Strauss-Syndrom und der mikroskopischen Polyangiitis.

Organparameter sagen etwas über die Funktion oder Entzündung eines Organs aus, so z.B. für die Niere das Kreatinin und Urinteste. Da es aber nicht für viele Organsysteme einfache Bluttests gibt, müssen manchmal andere Körperflüssigkeiten untersucht werden, z.B. Lungenspülwasser (Bronchial- Lavage). Oft muss man auch über verschiedene bildgebende Untersuchungen Rückschlüsse auf eine Vaskulitis ziehen, wobei heute zunehmend Verfahren mit immer weniger oder gar keiner Strahlenbelastung bzw. ohne Kontrastmittel eingesetzt werden (Sonografie, MagnetResonanz-Tomografie; MRT). Letztlich beweisend für die Diagnose „Vaskulitis“ bleibt aber nach wie vor die feingewebliche Sicherung unter dem Mikroskop (Histologie).

 

Wichtig: die gemeinsame Betreuung durch verschiedene Fachärzte

Von besonderer Bedeutung ist aufgrund des „bunten Bildes“ der Vaskulitis die gemeinsame Betreuung des Patienten durch Ärzte verschiedener Fachrichtungen, die sehr eng zusammenarbeiten müssen. So werden z.B. der Internist, der HNO-Arzt, der Augenarzt, der Neurologe oder der Hautarzt, jeder auf seinem Gebiet, nach Zeichen der Vaskulitis suchen, von denen der Patient nicht immer etwas merken muss.

letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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