Gefäßentzündung (Vaskulitis, Angiitis)
Unter dem Begriff Vaskulitis versteht man entzündliche Erkrankungen der Blutgefäße. Die nur selten vorkommende Gefäßentzündung ist zwar oft nicht heilbar, aber gut behandelbar.
Was ist eine Vaskulitis?
Vaskulitis (Mehrzahl: Vaskulitiden) ist eine Entzündung von Blutgefäßen. Sie sind im ärztlichen Alltag sehr selten und gehören gleichzeitig zu den facettenreichsten Krankheitsbildern, da prinzipiell Blutgefäße in allen Organen erkranken können. Ein Vaskulitis-Patient ist in der Regel überall „der Einzige“, dies führt naturgemäß bei Ärzten, Familie und Freunden zu Unsicherheiten. Deshalb ist neben der medizinischen Betreuung, die Ärzte aller Fachrichtungen einbeziehen muss, die umfassende Information des Betroffenen selbst von herausragender Bedeutung.
Folgen der Gefäßentzündung (Vaskulitis)
Entzündung bedeutet Schwellung. Davon sind besonders die Gefäßwände betroffen, die im Extremfall zum Verschluss von Blutgefäßen führen kann und damit zur Unterbrechung der Nahrungs- und Sauerstoffzufuhr im betroffenen Organ. Die Auswirkungen sind mit denen eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls beim älteren Menschen infolge Arteriosklerose identisch. Dies kann bei einer Vaskulitis auch in ganz anderen Organen passieren: z.B. Nieren und Lunge. Entzündete Gefäße können sich nicht nur verengen oder verschließen, sie können auch Aussackungen (Aneurysma) bilden, platzen (Ruptur) oder vermehrt durchlässig werden mit Austritt von Blut- oder Blutbestandteile ins umliegende Gewebe.
Die Auswirkungen der Vaskulitis hängen von der Größe des betroffenen Gefäßes ab, von der Ausprägung der Entzündung und natürlich davon, in welchem Organ sich die Vaskulitis abspielt. Der entzündlich bedingte Verschluss eines Hauptgefäßes am Herzen hat natürliche ganz andere Folgen als eine alleinige Entzündung von Hautgefäßen.
Dr. med. Eva Reinhold-Keller
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