Behandlung der Vaskulitis (Entzündung von Blutgefäßen)
Die
Therapie erfolgt angepasst an Schwere und Ausdehnung der Vaskulitis („maßgeschneiderte“
Therapie). Die Vaskulitis ist zwar oft nicht heilbar, aber gut behandelbar. Dafür ist auch oft der Einsatz recht aggressiver Medikamente nötig, wenn Leben oder Organe in Gefahr sind. Fast immer ist Cortison notwendig, anfangs auch in sehr hoher Dosis, z.B. 100 mg am Tag. Bei Besserung wird man die Cortison-Dosis auch wieder reduzieren und sogar ganz absetzen können. Cortison allein ist aber selten ausreichend, um die Vaskulitis wirkungsvoll zurückzudrängen. Oft sind andere
Immunsuppressiva (Medikamente, die das überschießend arbeitende
Immunsystem bremsen) notwenig. So ist bei schweren Formen Cyclophosphamid unverzichtbar. Diese aggressive Behandlung wird in aller Regel nicht länger als 6 Monate durchgeführt („so kurz wie möglich, so lang wie nötig“). Anschließend geht man dann zu „weicheren“ Medikamenten über, um den erreichten Zustand der Besserung zu halten.
Vielen Nebenwirkungen von Medikamenten können Patient und Arzt durch entsprechende Blut- / Urinkontrollen, Ernährung und Verhaltensweise vorbeugen. Bei Versagen der Standardtherapie (ca. 10 % der Patienten) stehen heute ganz neue Therapieansätze zur Verfügung (TNF-Blocker). Leichtere Verläufe einer Vaskulitis können von Anfang an mit weniger aggressiven Medikamenten behandelt werden.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Artikelinformationen zu Vaskulitis
Autor
Dr. med. Eva Reinhold-Keller