Maßnahmen zur Prophylaxe (Vorbeugung) eines erneuten Krankheitsschubes beim systemischen Lupus erythematodes (SLE)
Durch entsprechende Verhaltensweisen kann der Krankheitsverlauf günstig beeinflußt werden.
1. Körperliche und psychische Belastungen
Patienten mit einem SLE haben ein sehr labiles Immunsystem, das extremen Belastungen nicht gewachsen ist.
Die Folge kann sein, dass ein neuer Krankheitsschub ausgelöst wird. Daher ist eine gemäßigte Lebensführung oberstes Gebot. Dies gilt für körperliche wie auch für psychische Belastungen. Leichte sportliche Betätigung ist erlaubt. Sport, der zur Erschöpfung führt, ist schlecht. Vermeiden Sie unnötige Konflikte und lassen Sie sich nicht von beruflichem Ehrgeiz zerfressen. Finden Sie das rechte Maß in allen Dingen.
2. Ernährung
Das „rechte Maß“ gilt genauso für die Ernährung. Essen Sie möglichst knapp, Übergewicht ist ganz schlecht.
Vermeiden Sie alle einseitigen Ernährungsformen, sondern ernähren Sie sich möglichst vielseitig. Viel Obst, viel Salat sind nicht gut für Sie, sondern alles in Maßen!
Essen Sie wenig Eiweiß, gerade so viel wie der Körper braucht. Eine spezielle Diät, die die Krankheit heilt, gibt es allerdings nicht.
3. Infektionskrankheiten
Infektionen durch Viren oder Bakterien sind die häufigste Ursache für einen SLE-Schub. Der Patient sollte daher – soweit das möglich ist – alle Umstände vermeiden, die mit einer erhöhten Infektionsgefahr verbunden sind. Sollte er dennoch erkranken, so soll er schnellstens seinen Arzt aufsuchen, damit gegebenenfalls die aufkeimende Infektion durch Antibiotika bekämpft werden kann. Bestimmte Antibiotika dürfen nicht gegeben werden (z.B. Sulfonamide), da sie selbst einen SLE-Schub auslösen können. Sollten Sie unter Cortison stehen, darf während einer Infektionserkrankung die Cortison-Dosis auf keinen Fall reduziert werden. Eher ist es oftmals angebracht, die Dosis zu erhöhen.
4. Sonnenlicht
Sonnenlicht, genauer das ultraviolette Licht, kann einen SLE aktivieren. Dies besonders bei den Patienten, die schon eine Sonnenempfindlichkeit ihrer Haut bemerkt haben. Meiden Sie daher das Sonnenlicht und schützen Sie Ihre Haut mit speziellen Sonnenschutzcremes. Ihr Arzt kann Ihnen diese verschreiben. Natürlich sind auch Solarien und Sonnenstudios für Sie tabu!
Es besteht kein Zweifel, dass der SLE sich in der Schwangerschaft häufig verschlechtert. Auch treten Fehlgeburten und Frühgeburten häufiger auf als bei gesunden Frauen – Mißbildungen sind aber nicht häufiger! Andererseits sind viele SLE-Patientinnen ohne Komplikationen Mütter geworden. Die Schwangerschaft sollte aber erst geplant werden, wenn die Krankheit über mindestens 6 Monate inaktiv war und die Patientin allenfalls nur noch eine geringe Cortisondosis benötigt. Bei Patientinnen, die eine schwere Phase der Organbeteiligung, z.B. der Nieren hinter sich gebracht haben, sollte der SLE eher über 1-2 Jahre zur Ruhe gekommen sein.
6. Schwangerschaftsverhütung
Bei der Anwendung der Pille ist zu bedenken, dass bestimmte weibliche Geschlechtshormone (die Östrogene) den SLE ungünstig beeinflussen können. Daher sollte als Anti- Baby-Pille nur ein reines Gestagenpräparat ohne Östrogene verwendet werden (s.g. „Minipille“).
Andere Verhütungsmethoden können auch eingesetzt werden, allerdings ist bei der Spirale zu bedenken, dass öfters Entzündungen auftreten können.
7. Operationen
Sollte eine Operation anstehen, so müssen Sie den Chirurgen auf Ihre Erkrankung und die Therapie hinweisen. Er wird sich mit einem Internisten in Verbindung setzen, um mit ihm die medikamentöse Therapie zu beratschlagen.
Priv. Doz. Dr. med. Hans Krippner
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