Behandlung / Therapie des Rotatorenmanschettenrisses
Die therapeutischen Optionen richten sich nach einer Vielzahl von Einflussfaktoren, die im Detail analysiert und von der Befundkonstellation abgewogen werden müssen. Ein standardisiertes therapeutisches Vorgehen gibt es nicht!
Kriterien zur Therapieentscheidung bei Rotatorenmanschettenrissen sind Alter des Patienten, Rissursache, Aktivitätsgrad des Patienten, Rissform, -größe, Sehnenqualität und Muskelqualität.
Aus diesen Kriterien ergeben sich zahlreiche Therapiemodalitäten, welche im Einzelnen einen unterschiedlichen therapeutischen Erfolg besitzen.
Therapiemöglichkeiten bei Rotatorenmanschettenrissen:
Nichtoperative Therapie. Eine nichtoperative
Therapie ist in Einzelfällen möglich, zeigt allerdings gegenüber der operativen Naht schlechtere Langzeitresultate.
Die
Therapie der Wahl bei verschließbaren Rotatorenmanschettenrissen ist heute die
anatomische Rekonstruktion. Sie kann durch eine offene, minimiert offene oder rein arthroskopische Naht durchgeführt werden. Aufgrund der besseren Mobilisierbarkeit und der Gewebeschonung setzen sich immer mehr rein arthroskopische Verfahren durch. Die Heilungsaussichten einer Sehnennaht korreliert mit der Rissgröße. Während kleine Risse mit hoher Sicherheit ausheilen, heilen mittlere und große Risse nur in 70 – 80% aus.
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Allerdings sind die subjektiven Ergebnisse in der Regel besser als die Rate der unvollständig eingeheilten Sehnennähte. Bei nicht anatomisch verschließbaren Rissen gibt es zahlreiche Behandlungsalternativen, wie ein arthroskopisches Debridèment mit oder ohne Dekompression, die inverse arthroskopische Dekompression (Tuberkuloplastik), die Partialrekonstruktion (Äquartorialverschluss), die Muskelschwenklappen (Pectoralis-Transfer, Latissimus-Transfer, L´Episcopo), die Implantation einer Hemialloarthroplastik oder eine inverse Schultergelenkprothese.
Die
Prognose des behandelten Rotatorenmanschettendefektes ist stark abhängig vom Vorschädigungsgrad, von der Kranialisation des Humeruskopfes, der Sehnenqualität, der Funktion des Deltamuskels und vom operativen Verfahren. Rein symptomatische Therapieformen können in der Regel nur für einen bestimmten Zeitraum zu einer Beschwerdelinderung führen.
Die subakromiale Dekompression ist bei größeren Defekten kontraindiziert und bei kleineren Defekten kann sie eine Progression der Rupturausdehnung nicht entgegenwirken. Eine unbehandelte Massenruptur führt zu einer Rotatorenmanschettendefektarthropathie mit erheblichen funktionellen Einschränkungen.
letzte Aktualisierung: 29.05.2012
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