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Rheumatoide Arthritis - Hintergrund / Einleitung

Rheumatoide Arthritis


Die rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis) wird oftmals mit Rheuma gleichgesetzt. Dabei ist die rheumatoide Arthritis zwar die bedeutendste, jedoch nicht die einzige entzündlich-rheumatische Erkrankung. Von ihr sind die kleinen Gelenke an den Händen und Füßen sowie die großen Gelenke der oberen und unteren Extremität betroffen. Die rheumatoide Arthritis kommt am häufigsten bei Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren vor. 


Definition und Ursachen der rheumatoiden Arthritis


Die rheumatoide Arthritis (RA, chronische Polyarthritis) ist eine chronisch verlaufende, entzündliche Systemerkrankung, die von der Gelenkinnenhaut, den Sehnenscheiden und Schleimbeuteln ausgeht und zu einer Schädigung der Gelenke, Sehnen und Knochen führt. Am Ende können schwere Behinderungen stehen.

Es handelt sich um einen immunologischen Prozess, bei dem es zu einer unkontrollierten Aktivität des Abwehrsystems kommt und eine dauerhafte Entzündung entsteht. Eine genetisch verankerte andersartige Reaktionsfähigkeit des Immunsystems ist für die rheumatoide Arthritis wahrscheinlich.

Es werden die kleinen Gelenke an den Händen und Füßen befallen, ebenso wie die großen Gelenke der oberen und unteren Extremität. Die RA kommt in jedem Alter vor, am häufigsten befällt sie Frauen im Alter von 20 bis 40 Jahren.

Hand bei rheumatoider Arthritis: Man erkennt die Schwellung der Fingergrundgelenke, die Überstreckung in den Fingermittelgelenken, die Streckunfähigkeit der Finger
Hand bei rheumatoider Arthritis: Man erkennt die Schwellung der Fingergrundgelenke, die Überstreckung in den Fingermittelgelenken, die Streckunfähigkeit der Finger
Fuß bei rheumatoider Arthritis mit charakteristischen Zehendeformitäten
Fuß bei rheumatoider Arthritis mit charakteristischen Zehendeformitäten


Im Zentrum des Krankheitsgeschehens steht die entzündlich veränderte Gelenkschleimhaut. Die entzündlichen Wucherungen der Gelenkschleimhaut (Pannus) überwachsen den Gelenkknorpel. Die anhaltende Entzündung entwickelt Botenstoffe und Enzyme, die den Knorpel zusätzlich schädigen. Der Pannus kann auch in den Knochen hineinwachsen und vom Gelenkrand her den Knorpel „in die Zange“ nehmen. Dem Pannus und Gelenkerguss folgt die schmerzhafte Bewegungsstörung mit Abbau der Muskulatur. In späteren Stadien vernarbt die Gelenkkapsel mit zunehmender Bewegungseinschränkung. Andere Verläufe zeigen eine fortschreitende Zerstörung des Knorpels und Knochens mit teils gravierenden Fehlstellungen der Gelenke (Mutilation). Am Ende resultiert ein kontraktes, zerstörtes Gelenk mit grober Deformierung der gelenkbildenden Knochenanteile, Instabilität oder bindegewebiger Steife. Die Knorpelschädigung führt zu einer sekundären Arthrose, die das klinische Bild überlagern und in Spätfällen sogar dominieren kann.
Rheumatoide Arthritis Prof. Rüther 1
Wege der Gelenkdestruktion bei der rheumatoiden Arthritis (nach Mohr):
  1. Knorpelzerstörung über die Synovialflüssigkeit
  2. Wucherndes Synovialgewebe (Pannusgewebe rot) überwächst den Knorpel und dringt zerstörend in ihn ein   
  3. Wucherndes Synovialgewebe schiebt sich zwischen Knorpel und Knochen
  4. Wucherndes Pannusgewebe dringt in das Knochenmark vor
  5. Vom Markraum aus greift Pannusgewebe wieder auf den Knorpel über


letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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Prof. Dr. med. Wolfgang Rüther

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