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Polymyalgia rheumatica (Riesenzellarteriitis) - Behandlung / Therapie

Therapie der Polymyalgia rheumatica - Riesenzellarteriitis

Ohne Kortisonpräparate geht es nicht! Typisch ist das prompte Ansprechen auf Kortisonpräparate. Kortisonpräparate werden in der ärztlichen Fachsprache auch Glukokortikoide oder kurz Kortikoide genannt. Bei ausreichender Dosierung wird innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen eine Beschwerdefreiheit erzielt.

Auch die Laborzeichen der Entzündung (BKS und CRP) normalisieren sich. Beim CRP geschieht dies innerhalb weniger Tage, bei der BKS kann es etwas länger dauern. Bestehen trotz dieser Behandlung die Schmerzen weiter oder findet man im Labor noch Entzündungszeichen, so muss die Dosis weiter erhöht werden. Der Patient muss nun mit einer jahrelangen Therapie rechnen. Es ist deshalb für ihn wichtig, sich in einem Gespräch mit seinem Arzt mit den Folgen einer Kortikoidtherapie vertraut zu machen. Insbesondere besteht die Gefahr einer Osteoporose. Die zu Beginn hohe Dosis darf nur langsam abgesenkt werden.

Geschieht die Dosisverminderung zu schnell, so kommen die Schmerzen wieder und/oder die BKS/das CRP steigen erneut an. Es muss dann eine Erhöhung durchgeführt werden bis der Patient beschwerdefrei und die Laborwerte im Normbereich sind. Vor jeder Dosisreduktion sollte der Arzt befragt und zusätzlich die BKS bestimmt werden. Bei Augenbefall ist quasi die Notbremse zu ziehen, da sonst die unwiederbringliche Erblindung droht. Die Anfangsdosis muss in diesem Fall besonders hoch gewählt werden. Bei hohem Kortikoidbedarf oder wenn innerhalb von 6 – 9 Monaten keine niedrige Dosis erreicht werden kann, kommt eine zusätzliche Therapie mit Methotrexat oder Azathioprin in Frage. Diese Therapien sind Sache eines erfahren Spezialisten. Man sollte auch wissen, dass die Kortikoidmenge, die sich durch die genannten Medikamente einsparen läßt, nicht so hoch ist wie bei anderen Erkrankungen. Klassische Rheuma- und Schmerzmittel, die Schmerzen allenfalls mildern können, aber die voranschreitende Entzündung der Blutgefäße nur verschleiern, stellen keine angemessene Therapie dar.

letzte Aktualisierung: 14.05.2012

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