Welche Möglichkeiten stehen zur Behandlung / Therapie der Osteoporose zur Verfügung?
Kalzium (Calcium) und Vitamin D
Ist es zu einer
Osteoporose gekommen, muss die
Therapie einsetzen. Grundlage der
Therapie ist eine ausreichende Versorgung mit Kalzium (1.000-1.500 mg/Tag) und VitaminD (500-1.000 Einh. Vitamin D/Tag).
Hierbei ist zu beachten, dass die Versorgung von Vitamin D über die Nahrung hierzulande kaum möglich ist. Sie muss durch die Sonnenbestrahlung der
Haut oder über Medikamente erfolgen. Natürlich sollte, solange die Knochendichte noch nicht allzu niedrig ist, Bewegung zum Therapieprogramm gehören. Kalzium, Vitamin D und Bewegung dürften aber nicht ausreichen, um einen ausreichenden Therapieeffekt zu erzielen. Eine zusätzliche, intensivere Medikation ist nun unbedingt notwendig. Hierbei können 2 unterschiedliche Behandlungsstrategien genutzt werden.
Der am häufigsten beschrittene Weg, ist die Verhinderung des weiteren Knochenabbaus. Einige Medikamente können dagegen den Knochenaufbau fördern um eine
Osteoporose zu vermeiden. Wegen ihrer günstigen Effekte und ihrer deutlich verbesserten Verträglichkeit haben sich die
Bisphosphonate (Alendronat bzw .Risedronat) in den letzten Jahren als Mittel der ersten Wahl für
Osteoporose durchgesetzt. Allerdings sind die Einnahmevorschriften genau zu beachten. Sie hemmen effektiv den Knochenabbau und müssen über mehrere Jahre eingenommen werden. Die Effekte einer solchen
Therapie halten dann deutlich über die Einnahmezeit hinaus an.
Raloxifen
Eine weitere Therapiemöglichkeit gegen
Osteoporose, speziell für Frauen, besteht in der täglichen Einnahme von Raloxifen. Hierbei handelt es sich umeine neue Substanzklasse, die als selektive Östrogenrezeptormodulatoren bezeichnet wird. Sie haben am Knochen eine Östrogen ähnliche und somit eine Knochenabbau hemmende Wirkung. Im Gegensatz zu den klassischen Östrogenen vermindern sie das Brustkrebsrisiko.
Teriparatid
Der Knochenaufbau wird von Teriparatid, einer dem menschlichen Parathormon analogen Substanz, entscheidend gefördert. Dieses muss täglich, ähnlich wie
Insulin, unter die
Haut gespritzt werden. Es wird dann angewendet, wenn
Bisphosphonate oder Raloxifenkeinen ausreichenden Therapieeffekt zeigen. Neuerdings steht auch Strontiumranelat, als Therapeutikum zur Verfügung. Es ist gut verträglich und kann sowohl den Knochenabbau hemmen als auch den Knochenaufbau fördern. Allerdings wird nach der Einnahme aufgrund seiner besonderen physikalischen Eigenschaften die Knochendichte zu hoch gemessen, so dass das Messergebnis nach unten korrigiert werden muss.
Früher häufig verwendete Medikamente
Aufgrund der neueren Medikamente werden andere, früher häufig verwendete Medikamente, seltener eingesetzt. Calcitonin, ein körpereigenes Hormon, ist ein Knochenabbauhemmendes Präparat und kann als Spritze oder als Nasenspray angewendet werden. In Spritzenform führt es häufig zu Hitzewallungen, was seinen Einsatz bei manchen Patienten begrenzt. Als Nasenspray ist es teurer aber besser verträglich. Fluorpräparate fördern den Knochenaufbau.
Fluor ist in unterschiedlicher Form zur
Therapie zugelassen. In Form von Natriumfluorid sind genaue Einnahmevorschriften zu beachten,da nicht nur Medikamente sondern auch alltäglichen Nahrungsmitteln seine Wirkungabschwächen können. Eine Überdosierungvon
Fluor kann zum Gegenteil, nämlich zu einer Erhöhung der Knochenbrüchigkeit führen.
Alfacalcidol
Darüber hinaus besteht noch eine Therapiemöglichkeit durch Einnahme von aktiviertem Vitamin D in Form von Alfacalcidol.
Ausreichend Bewegung und das Vermeiden von Stürzen
Neben der medikamentösen
Therapie ist auf ausreichende Bewegung und das Vermeiden von Stürzen durch Beseitigung von Stolperfallen zu achten. Bei besonderer Sturzgefahr empfiehlt sich das Tragen eines Hüftprotektors, der durch Abpolsterung das Risiko eines Oberschenkelhalsbruches vermindert. Sollte es trotz allem zu einem Knochenbruch gekommen, so ist eine ausreichende
Schmerztherapie und eine schnelle Wiedergewinnung der Mobilität von Bedeutung.
letzte Aktualisierung: 05.02.2012
Artikelinformationen zu Osteoporose (Knochenschwund)