Knochenkrebs
Knochenkrebs gliedert sich in primär bösartige Knochentumoren und in Knochenmetastasen.
Primär bösartige Knochentumoren
Primär bösartige Knochentumoren sind selten. Nimmt man alle Arten zusammen, machen sie nur etwa 1 % der bösartigen Geschwulstbildungen aus. Dagegen sind sie relativ häufig im Kindes- und jugendlichen Alter, wo sie etwa 10 % aller bösartigen Tumoren ausmachen.
Primär bösartige Knochentumoren haben eine besondere Bedeutung, da dank der Erfolge der modernen Polychemotherapie heute 60 bis 80 % der Patienten ihren bösartigen Knochentumor überleben. Durch spezielle Operationsverfahren sind darüber hinaus in den letzten 20 Jahren große Anstrengungen unternommen worden, damit auch die von dem bösartigen Tumor betroffene Gliedmaße erhalten werden kann.
Primär bösartige Knochentumoren werden heute in der Regel nach international anerkannten Studienprotokollen behandelt, in der Reihenfolge: präoperative Chemotherapie, chirurgische Lokaltherapie bzw. lokale Strahlentherapie und postoperative Chemotherapie. Nach der Diagnosestellung durch eine Biopsie wird entsprechend der Tumorart mit einer Polychemotherapie eine wirksame systemische Behandlung begonnen, gegen die wahrscheinlichen, aber noch nicht nachweisbaren Mikrometastasen. Die präoperative Polychemotherapie wirkt auch auf den malignen Primärtumor, meist im Sinne einer Tumorverkleinerung und Bildung einer Tumorkapsel. Daneben kann in dieser Zeit der präoperativen Chemotherapie eine vernünftige operative Planung erfolgen.
Das Mamma-Karzinom, das Bronchial-Karzinom, das Schilddrüsen-Karzinom und das Nierenzell-Karzinom sind die häufigsten malignen Tumoren, die Knochenmetastasen setzen. Der Nachweis von Knochenmetastasen signalisiert, dass sich eine Tumorerkrankung systemisch ausgebreitet hat. Sämtliche folgenden Therapieoptionen sind daher palliativ zu betrachten. Dennoch ist es heute möglich, mit modernen Therapieverfahren die durchschnittliche Überlebenszeit der betroffenen Patienten signifikant zu verlängern. Mit der Verlängerung der Überlebenszeit spielen dann chirurgische Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität eine entscheidende Rolle. Ähnlich wie bei primär bösartigen Knochentumoren kommen Gliedmassenerhaltende Eingriffe, meist unter Verwendung von Tumorprothesen, zum Einsatz. Darüber hinaus können bei Befall der Wirbelsäule durch unterschiedliche, hochspezialisierte Wirbelsäulenoperationen, neurologische Komplikationen und Instabilitäten vermieden werden.
Grundsätzlich muss man bei Patienten mit Knochenmetastasen mit wenig belastenden Maßnahmen einen möglichst großen Effekt erzielen. Dies kann am besten mit einem interdisziplinären Konzept in Zusammenarbeit mit Strahlentherapeuten, Onkologen, Schmerztherapeuten und Chirurgen bzw. Orthopäden verwirklicht werden.
Prof. Dr. med. Winfried Winkelmann
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Operative Behandlung von Knochentumoren