Behandlung des Knick-Senk-Fußes (Plattfuß)
Die häufigste Form, der flexible, gering bis mittelgradig ausgeprägte Knick-Senk-Fuß des kleinen Kindes, erfordert meist keine spezielle Behandlung. Halbjährliche klinische Verlaufskontrollen genügen; das Kind soll viel barfuß gehen und zu spielerischen Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur motiviert werden (Zehenspitzenstand, Greifübungen mit den Zehen u. ä.). Bei schwereren Fällen kann krankengymnastische Mitbehandlung sinnvoll sein.
Einlagen sind nur bei schwerem Knick-Senk-Fuß indiziert. Sie müssen nach Gipsabdruck angefertigt und vom Orthopädietechniker in Absprache mit dem behandelnden Orthopäden hergestellt werden. Die Tragedauer soll nicht zu kurz gewählt werden und kann mehrere Jahre betragen. Ihre Notwendigkeit ist regelmäßig vom Orthopäden zu überprüfen.
Schwere Formen des Knick-Senk-Fußes können eine Indikation zur Operation begründen. Voraussetzungen hierfür sind die langfristige, vorausgegangene und erfolglose konservative
Therapie, ein entsprechend ausgeprägter klinischer Befund und belastungsabhängige starke Schmerzen. Eine Vielzahl von Weichteileingriffen (etwa Sehnenverlagerungen) ist bekannt; gemeinsames Prinzip ist die Verbesserung des fußgewölbehebenden Muskelzuges. Derartige Eingriffe sollten erst nach dem 8. Lebensjahr in Erwägung gezogen werden. Bei schwersten, vor allem rigiden Verläufen (vor allem bei neurologischen Grunderkrankungen wie infantiler Zerebralparese) können sogar Eingriffe am Fußskelett nötig sein (etwa Versteifungen mit Knochenkeilentnahme oder Einbringen von gewölbestützenden Implantaten).
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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