Je nach Ausprägung der Deformierung wird eine konservative
Therapie (z.B. Einlagen) oder eine operative Korrektur empfohlen.
Das Behandlungsziel beim operativem Vorgehen besteht darin, den Spreizfuß durch eine Umstellung der Ausrichtung des Mittelfußknochens zu beseitigen, die Zugrichtung der Sehnen zu ändern und in jedem Fall die Gelenke und deren Funktion zu erhalten. Wie früher angenommen, reicht das alleinige Abtragen des Großzehenballens nicht aus, da dadurch keine Änderung der Fehlstatik erreicht wird.
Je nach Ausmaß der Fehlstellung, gemessen an verschiedenen Winkelgraden der Gelenk- und Knochenstellungen zueinander und in Abhängigkeit vom Ausmaß des bestehenden Gelenkverschleißes, wird das operative Vorgehen geplant. Weitere entscheidende Kriterien sind das Ausmaß vorliegender Kontrakturen oder von Hypermobilitätssymptomen.
Größere Intermetatarsalwinkelabweichungen (>18°) erfordern Achsumstellungen im Bereich der Basis des ersten Mittelfußknochens (Opening wedge-, closing wedge-, oder Crecenti-
Osteotomie), mittlere Winkelabweichungen (ca. 15-18°) hingegen in Höhe des Mittelfußknochenschaftes (Scarf- oder Ludlof-
Osteotomie) und kleinere Abweichungen (ca. 12-15°) können durch köpfchen- bzw. grundgelenksnahe Begradigungen verbessert werden (Chevron/Austin
Osteotomie).
Bei Vorliegen einer Hypermobilität in der Fußwurzel, als Evolutionsrückstand des Fußes als ein ehemaliges Greiforgan, müssen stabilisierende Maßnahmen ergriffen werden. In diesen Fällen liegt nicht nur ein Abweichen des 1. Mittelfußknochens nach innen vor, sondern auch eine vertikale Überbeweglichkeit des 1. Strahls mit konsekutivem Abkippen des Vorfußes nach innen und mit Verlust des Längsgewölbes. Hier ist es ratsamer eine Stabilisierung des TNT1-gelenkes durchzuführen.
Die Fixierung des Operationsergebnisses erfolgt unterschiedlich durch das Einbringen von kleinen Schrauben, schienenden Gewindedrähten bis hin zu modernen winkelstabilen Plattensystemen und Kompressionschrauben.
Um die Folge der Mittelfußknochenfehlstellung, den eigentlichen
Hallux valgus (gemessen am
hallux valgus-Winkel) zu beseitigen, müssen zusätzlich diverse Weichteilkorrekturen durchgeführt werden. Durch das Ausrichten des Knochensystems wird also zunächst ein verbessertes statisches Gerüst geschaffen, zur plastischen Endformung sind jedoch auch diverse Eingriffe an Gelenkkapsel, Sehnen, Bändern oder sogar an der
Haut erforderlich (Kapselrelease, Kapselraffplastik, Sehnentransposition, Hautreduktiosverschiebeplastik etc).
Liegt eine Achsenabweichung innerhalb der Großzehe selbst vor, spricht man von einem
Hallux valgus interphalangeus. Dieser kann durch eine Aikin-
Osteotomie korrigiert werden, indem man einen mehrdimensional ausgerichteten Keil aus dem Grundglied der Großzehe entfernt.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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