Bei kritischer Betrachtung der medikamentösen Therapiemöglichkeiten haben Schmerzmittel (z.B. Paracetamol) oder auch die „nichtsteroidalen Antirheumatika“ nur bei einem Teil der Patientinnen/Patienten einen (meist bescheidenen) Effekt. Diese Medikamente sind am besten als Bedarfsmedikation zu nehmen. Starke Schmerzmittel sollten nur bei deutlichem Effekt über längere Zeit genommen werden. Cortison ist bei dieser Erkrankung nicht hilfreich.
Leider bewirken auch so genannte muskelentspannende Medikamente selten eine wesentliche Linderung der Beschwerden. Reine Schlaf- und Beruhigungsmittel sind wegen des Gewöhnungseffektes und wegen oft unzureichender Wirksamkeit nach Möglichkeit zu meiden.
Die Medikamentengruppe der „
Antidepressiva“ zeigt bei gut der Hälfte der Patientinnen zumindestens über einige Zeit Erfolge im Sinne einer Besserung des Nachtschlafes und einer Verringerung der Schmerzen. Die Dosis ist bei der Behandlung der
Fibromyalgie deutlich niedriger als im Einsatz gegen
Depressionen. Ein Gewöhnungseffekt ist nicht bekannt. Auch neuere Medikamente, die ebenfalls auf einer Beeinflussung von Überträgerstoffen im Gehirn (Serotonin) beruhen und derzeit in Erprobung sind, geben nicht zu großer Hoffnung Anlass. Injektionen mit örtlich verabreichten schmerzbetäubenden Substanzen sind an sehr schmerzhaften Stellen meist wirksam und können auch wiederholt angewendet werden. Bei geringeren Beschwerden kommen auch Einreibungen in Frage.
Insgesamt muss derzeit davon ausgegangen werden, dass die Erkrankung durch die genannten medikamentösen Maßnahmen nur unterstützend behandelt werden kann.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
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