Behandlung und Heilungsaussichten bei Borreliose (Lyme-Krankheit)
Da die Lyme-Borreliose eine bakterielle Erkrankung ist, werden zur Therapie Antibiotika eingesetzt. Allerdings gibt es kein universell wirksames Antibiotikum, das bei jedem Patienten und in jedem Fall greift. Die Wahl des Antibiotikums und die Dauer der Behandlung hängt vom Stadium und von der Schwere der Erkrankung ab.
Unter einer solchen individuell abgestimmten Therapie sind die Heilungsaussichten sehr gut. Fast alle bereits im Frühstadium behandelten Patienten werden geheilt. Bei späteren Stadien bilden sich die Symptome oft nur langsam zurück (über Wochen bis Monate nach Therapieende). Manchmal ist auch eine Wiederholung der antibiotischen Behandlung notwendig. Etwa 90 Prozent der Patienten mit Lyme-Arthritis können durch eine entsprechende Therapie geheilt werden. Bei den restlichen zehn Prozent der Betroffenen mit chronischer Erkrankung dauern die Beschwerden wie, z.B. Gelenkentzündungen, trotz Therapie ein Jahr oder länger an.
Meist heilt aber bei diesen Patienten die Borreliose im Verlauf mehrerer Jahre aus. Es ist wichtig zu wissen, dass die Beschwerden in diesen chronischen Fällen aufgrund von Abwehrvorgängen im Körper auch anhalten können, ohne dass noch lebende Erreger im Körper vorhanden sind. Vor einer unkritischen, lang anhaltenden oder dauernd wiederholten antibiotischen Behandlung ist daher zu warnen. In ganz seltenen Fällen kann es bei Patienten mit Lyme-Arthritis erforderlich sein, die entzündete Gelenkinnenhaut operativ zu entfernen. Linderung können zusätzlich physikalische Therapien schaffen und die vorübergehende Einnahme von Schmerzmedikamenten oder kortisonfreien Antirheumatika wie z.B. Diclofenac, Indometacin oder Ibuprofen, die neben ihrer schmerzstillenden Wirkung auch einen entzündungshemmenden Effekt haben.
Dagmar Wolf
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