Die Therapie von Schulterinstabilität und wiederholten Schulterluxationen (ausgerenkte Schulter)
Eine akut ausgerenkte Schulter sollte als Notfall baldmöglichst eingerenkt werden. Patienten jenseits des 30. bis 35. Lebensjahres erleiden in mehr als der Hälfte der Fälle keine weitere Luxation, sodass eine operative Therapie nicht notwendig ist. Bei Patienten über 50 Jahre ist unbedingt eine gleichzeitige Sehnenruptur (Riss der s. g. Rotatorenmanschette) auszuschließen, welche behandlungspflichtig wäre. Patienten unter 20 erleiden fast alle weitere Luxationen, sodass in diesen Fällen eine operative Stabilisierung anzuraten ist, gleiches gilt für Überkopf- oder anderen Sportarten mit Gegnerkontakt. Ansonsten ist ein konservativer Therapieversuch mit 3-wöchiger Ruhigstellung, heute meist in Außenrotation, späterer physiotherapeutischer Beübung zur Kräftigung der Muskeln der Rotatorenmanschette und der schulterblattzentrierenden Muskeln sinnvoll.
Die Operationstechnik bei der Stabilisierung der Schulter
Der Eingriff ist offen oder arthrokopisch möglich, beide Verfahren können zum Ziel, einer stabilen, aber gut beweglichen Schulter führen.
Die Operation bei der Schulterinstabilität zielt auf die Wiederherstellung eines stabilen Kapsel-Labrumkomplexes ab. Die erweiterte Gelenkkapsel soll gerafft und im Falle eines Gelenklippenabrisses soll diese wieder an der knöchernen Gelenkpfanne refixiert werden. In den meisten Fällen werden dazu kleine Nahtanker verwendet, die sich wie Dübel oder kleine Schrauben im Schulterblatt befestigen lassen und an denen Fäden hängen, mit denen die abgerissenen Strukturen befestigt werden. In den letzten Jahren hat sich die arthroskopische Operationstechnik für dieses Krankheitsbild wesentlich weiterentwickelt.
PD Dr. med. Wolfgang Nebelung
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