
Achtung! Gefahr!
Bereits im Rückenmark sind diese Alarmglocken mit unseren Muskeln kurz geschaltet. So löst zum Beispiel das Berühren einer heißen Herdplatte innerhalb von tausendstel Sekunden wichtige Schutzreflexe aus, auch ohne dass unser Gehirn langatmig eingeschaltet wird: Wir ziehen die Hand aus der Gefahrenzone zurück, noch bevor wir den Schmerz bewusst spüren.
Auf dem Weg ins Bewusstsein
Rückenmark und Gehirn werden zusammen auch als zentrales Nervensystem bezeichnet. Beim Sprung von einer Nervenbahn zur nächsten kommt es an den Schaltstellen, den so genannten Synapsen, zur Freisetzung chemischer Botenstoffe. Erreichen die Signale schließlich das Gehirn - genauer gesagt den Thalamus und die Hirnrinde - werden die Schmerzen bewusst wahrgenommen und bewertet. Jetzt erst tut Schmerz weh!
Die Schmerzzentren im Gehirn stehen in engem Kontakt mit den Gefühlszentren, sodass lang dauernde Schmerzen oft auch zu Gefühlsveränderungen wie Ängsten und Depressionen führen.
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Vielfältige Ursachen
Es gibt ganz unterschiedliche Arten und Ursachen von Schmerzen. Eines ist ihnen allen gemeinsam: Kein Schmerzkranker muss heutzutage noch unter Schmerzen leiden. Die Zeiten des „Zähne zusammenbeißen und durch“ sind längst vorbei. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Medikamenten und anderen Behandlungsverfahren, um Schmerzen wirksam zu bekämpfen.
Je nachdem, was die Schmerzen auslöst, kann man verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Schmerzen ergreifen. In den folgenden Abschnitten möchten wir Ihnen daher die häufigsten Ursachen hartnäckiger Schmerzen vorstellen.
Knochen- und Gelenkschmerzen sind die Schmerzursache Nr. 1
Der häufigste Grund, warum Menschen in Deutschland unter chronischen Schmerzen leiden, sind Erkrankungen der Gelenke, Knochen, Muskeln und Bänder. Vor allem Abnutzungserscheinungen und Entzündungen der Gelenke spielen bei Knochen- und Gelenkschmerzen eine große Rolle. Dabei sind Rückenschmerzen die häufigste Beschwerde. Da der Anteil der älteren Menschen hierzulande ständig zunimmt, leiden auch immer mehr Leute unter Schmerzen als Folge von Knochenschwund.
Ausführliche Informationen zu Knochen- und Gelenkschmerzen finden Sie auch auf den Webseiten von www.rheuma-info.de
Schmerzen bei Krebs
Schmerzen bei Krebserkrankungen können in verschiedenen Stadien und aus ganz unterschiedlichen Gründen auftreten. Oft sind sie auch mit großen Ängsten der Erkrankten verbunden. Krebsschmerzen signalisieren aber nicht zwangsläufig, dass sich die Krebserkrankung verschlimmert.
Ausführliche Informationen zu Schmerzen bei Krebs finden Sie auf den Webseiten von www.informationen-zu-schmerzen.de
Nervenschmerzen
Normalerweise werden Schmerzen durch äußere Reize wie Gewebsverletzungen oder Entzündungen hervorgerufen. Anders bei Nervenschmerzen: Hier sind die Nervenfasern selbst geschädigt. Der Nerv meldet seine eigene Funktionsstörung oder krankhafte Veränderung. Ein Beispiel sind Nervenschmerzen, die bei der Lyme-Borrelliose, bei bestimmten Formen von Rückenschmerzen oder beim Engpasssyndrom der Schulter auftreten können.
Ausführliche Informationen zur Entstehung und Behandlung von Nervenschmerzen finden Sie auf den Webseiten von www.neuroschmerz.de
Schmerzfühler reagieren überempfindlich
Dauern Schmerzen länger an, dann kommt es auf allen Ebenen der Schmerzverarbeitung zu nachhaltigen, komplexen Veränderungen. Schmerzfühler sind ständig aktiv und reagieren daher übersensibel; sie „entladen" zahlreiche Aktionspotenziale. Allein schon das Berühren der Haut oder ein Windhauch können dann Schmerzattacken provozieren. Im schlimmsten Fall werden Schmerzreize ohne jeden Auslöser gemeldet: Die Nerven „feuern" ständig - der Betroffene hat Dauerschmerzen.
Das Gehirn passt sich an
Auch im Rückenmark und Gehirn reagieren die Zentren der Schmerzverarbeitung überempfindlich. Sie passen sich schnell dem ständigen Schmerz an. Auch hier lösen nun vergleichsweise geringe Schmerzreize stärkste Empfindungen aus. Schmerzforscher bezeichnen diese Umbauprozesse als „Neuroplastizität" des Zentralen Nervensystems. Das Gehirn lernt Schmerzen schneller zu empfinden und passt sich den Erfordernissen an. Durch lange Schmerzerfahrungen werden betroffene Regionen im Gehirn übergroß dargestellt.
Chronische Schmerzen - eine eigenständige Krankheit
Aufgrund solcher Veränderungen bleiben Schmerzen mitunter auch dann bestehen, wenn der eigentliche Auslöser beseitigt wird. Hatten Schmerzen zum Beispiel vor der Amputation eines verletzten Beins bereits zu Veränderungen in Rückenmark oder Gehirn geführt, leiden Betroffene oft noch nach Jahrzehnten an quälenden Schmerzen in der amputierten Region. Geringste Reize am Stumpf und den abgetrennten Nervenbahnen unterhalten den Schmerz dauerhaft.
Hinter diesen chronischen Schmerzen, die sich zu einer eigenständigen Krankheit entwickelt haben, müssen somit nicht zwangsläufig mehr Auslöser stehen. Dies erklärt auch, wieso die Definition des Schmerzes der Internationalen Fachgesellschaft zum Studium des Schmerzen sehr weit gefasst ist.
Ausführliche Informationen zu verschiedenen Schmerzformen wie akuten und chronischen Schmerzen erfahren Sie auf der Internet-Seite www.informationen-zu-schmerzen.de
Warum frühzeitige Behandlung so wichtig ist
Das zentrale Nervensystem passt sich sehr schnell an ständige Schmerzreize an. So sind manche Veränderungen in der Nervenbahn schon innerhalb einer Woche nachweisbar. Daher ist es ungemein wichtig, jeden Schmerz so schnell wie möglich zu behandeln. Nur wenn die Ursachen rasch beseitigt werden oder die Schmerzen mit geeigneten Medikamenten gelindert werden, kann das Aufschaukeln des schmerzverarbeitenden Systems verhindert werden.
Sobald Schmerzen ihre Warnfunktion erfüllt haben, ist eine möglichst vollständige Schmerzlinderung angesagt. Nur so kann eine langwierige eigenständige Schmerzkrankheit im Keim erstickt werden.
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