Allgemeine präoperative Planung / Vorbereitung
Bei der Planung der Wechseloperation sollte vorher der Zugang und dessen eventuelle Erweiterung bedacht werden. Die erforderlichen Instrumente dafür gegebenenfalls bestellt, und die Größe und Art der Wechselprothese sollten anhand der präoperativen Röntgenbilder geplant werden. Präoperative sollte eine Evaluierung von Substanzdefekten des Knochens erfolgen. Wenn sich hier große ossäre Defekte abzeichnen, muss die Verwendung von autologer Spongiosa oder von Knochenersatzstoffen diskutiert werden.
Die Methode des Hüftprothesenwechsels
Beim Hüftprothesenwechsel sollte der bereits existierende Zugang genutzt und gegebenenfalls erweitert werden. Dabei sollte strikt darauf geachtet werden, parallele Inzisionen zu vermeiden. Eine entscheidende Maßnahme ist die Wiederherstellung der einzelnen Schichten (Tractus iliotibialis u.s.w.). Frakturen des Trochanter major sollten vermieden werden, können aber aufgrund der meist schlechten Knochensubstanz auftreten. Beim Entfernen und Präparieren des Femurknochens kann eine Perforation der Kortikalis auftreten, was zur Stabilitätsminderung führt. Gerade die Entfernung des Schaftes stellt sich oft schwierig dar. Speziell zementierte oder makrostrukturierte Schäfte können problematisch sein. Wenn eine Entfernung des Schaftes mit konventionellen Instrumenten nicht möglich ist, sind Spezialgeräte wie Hochgeschwindigkeitsfräsen und Ultraschallosteome hilfreich. In schwierigen Fällen und speziell bei zementierten Prothesen kann die Deckelung des Femurs erforderlich sein (Abb. 8 und 9). Im Becken ist die Entfernung der Prothesenpfanne meist unproblematisch, hier sind eher Substanzdefekte im Bereich der Pfannenrandpfeiler und der medialen knöchernen Begrenzung als problematisch anzusehen. Eine Beckendiskontinuität ist nicht selten die Folge einer über einen längeren Zeitraum bestehenden Prothesenlockerung mit kontinuierlicher Zunahme der Beckenknochenzerstörung. Die Behandlung solcher Zustände bereitet Probleme und verlangt Spezialimplantate. Nach einem Prothesenwechsel besteht gegenüber einer Primärversorgung eine erhöhte Luxationstendenz, die bei ca. 5 bis 20 % liegt. Diese ist meist auf eine fehlende Weichteilspannung, die schlechte Knochensubstanz, ein Impingement, die Fehlpositionierung von Pfanne bzw. Schaft oder eine Fraktur des Trochanter major zurückzuführen.
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