Patienten, die bereits in jungen Jahren einen Meniskus verlieren, droht auf lange Sicht die Entwicklung einer Früharthrose. Ein neuartiges Verfahren, welches nur in wenigen Zentren auf der ganzen Welt durchgeführt wird, stellt die Transplantation eines gesunden Meniskus dar. Dieser wird von einem verstorbenen Spender gewonnen und dem Empfänger arthroskopisch eingepflanzt; eine allerdings sehr anspruchsvolle Operation, die eine große Erfahrung und herausragende technische Fertigkeiten vom Operateur verlangt. Eine lebenslange Medikamenteneinnahme, wie sie zum Beispiel nach Herztransplantationen durchgeführt wird, um eine Abstoßung zu verhindern, ist nicht notwendig.
Collagen-Meniskus-Implantation (CMI)
Das Collagen-Meniskus-Implantat ist ein aus tierischem Collagen gewonnener, künstlicher Meniskus, der bei großflächigen Innenmeniskusresektionen Anwendung findet. In einem arthroskopischen Eingriff wird das CMI in den Meniskusdefekt eingenäht und dient als Platzhalter. Im Folgenden wird es vom Körper durch eigenen Faserknorpel ersetzt und erfüllt damit die Funktionen eines natürlichen Meniskus. Die bisherigen Ergebnisse einer amerikanischen Studie sind ermutigend. Allerdings gibt es das CMI bisher nur für den Ersatz des Innenmeniskus.
Dr. med. Hans H. Pässler
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