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Künstliches Kniegelenk (Knie-TEP) - Nach der Behandlung

Nach der Implantation eines künstlichen Kniegelenkes


Nach der Operation kann auf dem Kontrollröntgenbild erkannt werden, ob alles korrekt sitzt und der Patient kann dann nach einer Überwachung direkt postoperativ auf einer Überwachungsstation schon recht bald frühmobilisiert werden. Wichtig ist im postoperativen Verlauf die spezielle Schmerztherapie, die dem Patienten weitgehende Schmerzfreiheit bei guter Funktion erlaubt. Hierzu haben wir neben einem Protokoll mit Schmerzmedikamenten und langwirkender Spinalanästhesie dann postoperativ die Möglichkeit mit einem so genannten Schmerzkatheter mit Lokalanästhetika, also örtlichen Betäubungsmitteln, den Schmerz im Knie deutlich zu reduzieren und dennoch den Patienten frühzeitig mobilisieren zu können, um die Risiken, die mit langer Bettlägerigkeit verbunden sind, so gering wie möglich zu halten. Frühzeitige postoperative Mobilisation mit Hilfe der Krankengymnastik, Motorschienenbehandlung zur Beweglichkeitsverbesserung, Eiskühlung und eine Vielzahl von physikalisch-medizinischen Maßnahmen erlauben eine schnelle Erholung des Patienten bei sofort erlaubter Vollbelastung.



Der stationäre Aufenthalt bis zur Entfernung der Wundklammern und bis zum Abschluss der Wundheilung beträgt 11 Tage. Danach schließt sich im Normalfall ein drei- bis vierwöchiger Rehabilitationsaufenthalt in einer oft auch von den Operateuren mitbetreuten Rehabilitationsklinik an. Bei sehr mobilen Patienten kann auch eine ambulante Rehabilitationsmaßnahme in den dafür speziell ausgestatteten Einrichtungen durchgeführt werden. Nach Entlassung und nach ca. sechs Wochen erfolgt noch einmal eine Kontrolluntersuchung, um sowohl den klinischen Fortschritt des Patienten zu dokumentieren und gegebenenfalls nochmals mobilisierend einzugreifen, falls dies nötig ist. Es werden zu diesem Zeitpunkt auch noch einmal Kontrollröntgenaufnahmen angefertigt. Wir verfügen über ein hauseigenes Endoprothesenregister, in dem alle unsere Endoprothesen nachuntersucht werden. Deshalb bitten wir die Patienten, wenn keinerlei Auffälligkeiten sind, nach einem Jahr, nach fünf und zehn Jahren sowie danach jedes Jahr zur Kontrolluntersuchung einschließlich Röntgen, um entstehende Schäden frühzeitig zu erkennen und mit kleinen Maßnahmen wieder beheben zu können. Dies ist besonders wichtig, damit z. B. nicht schon großer Knochenverlust entstanden ist, wenn vielleicht eine Wechseloperation erforderlich wird.

Sport nach der Implantation eines künstlichen Kniegelenkes


Häufig wird die Frage nach Gelenkersatz und Sport gestellt. Leider ist bedingt durch die Arthrose oft schon vor der Operation ein erheblicher Muskelverlust eingetreten, da der Muskel natürlich schwindet, wenn das Gelenk nicht mehr gut bewegt werden kann. Es steht also zunächst im Vordergrund, die Muskulatur wieder aufzubauen und mit guter Muskulatur ein stabiles Gelenk mit möglichst großem Bewegungsumfang, wie dies die so genannten Highflex-Kniee heute bieten können, zu erreichen. Ist diese erste Phase der Nachbehandlung erfolgreich abgeschlossen, können die meisten Sportarten, die vor dem Gelenkersatz durchgeführt werden, auch wieder aufgenommen werden. In jedem Fall sind Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen, Segeln, Tauchen, Golfspielen und Kegeln normalerweise bedenkenlos möglich. Wer vor seinem Gelenkersatz ein guter Skiläufer, Tennisspieler oder Reiter war, wird dies ebenso wieder versuchen wie einige Ballsportarten, wie z. B. Basketball. Nicht zu empfehlen sind Kontakt- und Kampfsportarten, hierzu zählen auch Fußball, Handball oder Judo und Boxen, leider aber auch intensives Joggen. Gegen Nordic Walking bestehen keine Einwendungen.

Im Zweifelsfall ist mit dem behandelnden Operateur, der die Situation genau kennt, nochmals ein Gespräch zu führen, insbesondere wenn man eine neue Sportart erlernen möchte, die man vorher noch nicht beherrschte. Hier bestehen höhere Risiken.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012

Artikelinformationen zu Künstliches Kniegelenk (Knie-TEP)
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Prof. Dr. Werner Siebert

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