Welche Methoden der operativen Implantation eines künstlichen Hüftgelenks gibt es?
Welche Vorteile bietet „minimal-invasiv“?
In den Medien hört man in letzter Zeit immer öfter Begriffe wie „Schlüssellochchirurgie“, Gelenkspiegelung oder minimalinvasive
Chirurgie. Es handelt sich dabei um die Erfolge in der operativen
Chirurgie, die durch den Eingriff gesetzten Begleitverletzungen des Umgebungsgewebes so gering wie möglich zu halten. Auf dem Weg zum zerstörten Gelenk müssen die
Haut und das umgebende Gewebe eröffnet werden, um an das OP-Gebiet heranzukommen. Dieser begleitende Gewebsschaden ist oft dafür verantwortlich, dass die postoperative Heilung deutlich länger dauert als es vom reinen Gelenkeingriff her notwendig wäre.
Daher wurden in den letzten Jahren operative Techniken entwickelt, die diesen begleitenden Gewebsschaden, der für den Zugang zum OP-Gebiet zwingend notwendig ist, so gering wie möglich zu halten.
Dies beginnt beim Hautschnitt, der nicht wie früher 20 cm lang ist, sondern oftmals deutlich kürzer als 10 cm sein kann. Es sei jedoch darauf verwiesen, dass der rein kosmetische Aspekt der kürzeren Narbe nicht der Grund für ein minimal-invasives Vorgehen ist. Vielmehr wird beim weiteren Zugangsweg auf das Gelenk bewusst auf die Beeinträchtigung von Weichteilen wie Muskeln verzichtet. Es werden Zugangswege gewählt, bei denen natürliche, anatomisch vorhandene Gewebslücken, zum Beispiel zwischen einzelnen Muskeln, genutzt werden. Muskeln werden nicht mehr abgelöst, sondern nur im Faserverlauf schonend auseinander gedrängt. Zusätzlich wird durch die Verwendung spezieller, miniaturisierter Instrumente die umfangreiche Freilegung des zu operierenden Gelenkes stark reduziert. Dies alles führt zu einem deutlich geringeren Gewebeschaden mit entsprechend geringem Blutverlust.
Durch die Erhaltung der das Gelenk stützenden Muskeln, sind Patienten schon am Tag nach der Operation in der Lage, wichtige Gelenkfunktionen selbstständig auszuführen und zu trainieren. Abgesehen von der Tatsache, dass hierdurch die durchschnittliche Verweildauer im Krankenhaus minimal-
invasiv operierter Patienten reduziert wurde, ist die Notwendigkeit einer Blutübertragung allein verschwindend gering geworden. Ein kurzer Hautschnitt bedeutet nicht automatisch „minimal-
invasiv“. Abhängig von den individuellen Besonderheiten (Größe, Gewicht, notwendige Implantatgröße) kann die Länge des Hautschnittes deutlich variieren. Er wird jedoch möglichst kurz gehalten.
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| Minimal-invasiv bedeutet mehr als ein verkürzter Hautschnitt. Entscheidend ist die Gewebeschonung unter der Haut. |
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| Oberflächenersatz nach McMinn |
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Wie geschieht die Implantation des künstlichen Hüftgelenkes?
Wie muss man sich das vorstellen? Nach Öffnen der
Haut und der gelenkumgebenden
Weichteile wird das Gelenk eröffnet und die entzündlich veränderte Gelenkinnenhaut entfernt. Sogenannte Gelenksporne werden im zweiten Schritt abgetragen, um dem Gelenk seine ursprüngliche Form und Größe wiederzugeben. Als wichtigster Schritt werden nun die zerstörten Knorpelbeläge der knöchernen Gelenkpartner bis in den gesunden Knochen mit speziellen Lehren zurechtgesägt oder -gefräst. Auf diesen gesunden und damit lasttragefähigen Knochen werden der individuellen Knochengröße des Patienten entsprechende Kunstgelenkteile aufgebracht. Da diese Teile präzise zueinander passen, wie zum Beispiel die Kugeln in einem Motorkugellager, ist nunmehr wieder ein reibungsfreies Bewegen der knöchernen Gelenkpartner möglich. Minimal-
invasiv bedeutet mehr als ein verkürzter Hautschnitt. Entscheidend ist die Gewebeschonung unter der
Haut.

Am OP-Tag darf der Patient weder trinken, essen oder
rauchen. Eventuell notwendige Medikamenteneinnahmen werden mit einem kleinen Schluck
Wasser getätigt. Der Patient sollte sich am Morgen vor der Operation ausgiebig duschen, da hierdurch eine intensive und gute Reinigung der
Haut erfolgt. So wird das Infektionsrisiko der Wunde und des Kunstgelenkes weiter reduziert. Bei Schwierigkeiten hierbei sollte sich der Patient vom Pflegepersonal helfen lassen. Gleichzeitig wird das Operationsgebiet an der Hüfte vom Pflegepersonal rasiert. Kurz vor der Operation erhält der Patient noch ein Narkosevorbereitungsmedikament und ein OP-Hemd. Er sollte losen Zahnersatz in seinem Nachtschrank lassen. Mit seinem Bett wird er in die OP-Abteilung gefahren und dort auf einen Operationstisch umgebettet. Die für ihn zuständige Narkoseschwester holt ihn ab und er wird auf dem OP-Tisch liegend in den OP-Saal gefahren. Im Vorbereitungsraum wird der Narkosearzt das von ihm gewählte
Narkoseverfahren einleiten. Erst nach vollständig eingeleiteter Narkose wird dem Patienten bei Bedarf ein Urinkatheter gelegt und er wird in die für die Operation notwendige Lage gebracht. Bei einem künstlichen Hüftgelenk liegt er in Seitenlage auf der nicht zu operierenden Seite, wobei das Becken durch vordere und hintere Beckenstützen gehalten wird und sein zu operierendes Bein in einer Beinlagerschale liegt.
letzte Aktualisierung: 14.05.2012
Artikelinformationen zu Künstliches Hüftgelenk