Neue OP-Techniken beim Kreuzbandschaden
Wie schon erwähnt, sollten VKB-Ersatzoperationen (man spricht häufig auch von Ersatzplastik, d.h. Formen eines neuen VKB’s aus körpereigenem Material, nicht etwa aus Kunststoff) arthroskopisch und nicht mehr offen durchgeführt werden. Allgemein werden die Kanäle zur Aufnahme des Transplantates mit speziellen Zielgeräten gebohrt. Nur wenige Chirurgen bevorzugen ein freihändiges Bohren, das ein hohes Risiko von Kanalfehlplatzierungen mit sich bringt, mit all ihren katastrophalen Folgen für das Knie. Die Fixierung der Knochenblöcke erfolgt meist mit Titanschrauben parallel zum Transplantat, so genannten Interferenzschrauben.
Nachteil: Schwierigkeiten bei der Beurteilung postoperativer Kernspinbilder und Probleme bei Revisionsoperationen. In jüngster Zeit werden daher zunehmend resorbierbare Schrauben eingesetzt, die allerdings auch nicht unproblematisch sind: Sie sind recht teuer (Stückpreis 150 bis 250 ) und nach der Resorption verbleibt eine ballonartige Höhle. Revisionen haben in einigen Fällen gezeigt, dass die Schraube nach zwei Jahren noch komplett vorhanden war.
Um die Nachteile des Bohrens der Transplantattunnel (Verlust von Knochensubstanz, Hitzeschäden der Bohrkanalwand, raue Oberfläche) zu vermeiden, wurden sehr dünnwandige, scharfe und dennoch vielfach verwendbare Knochenhohlstanzen entwickelt. Für die VKB-Ersatzplastik ergeben sich hieraus verschiedene Vorteile:
Dr. med. Hans H. Pässler
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