Rehabilitation nach der Behandlung der vorderen Kreuzbandruptur
Für den Aufbau der Rehabilitation ist es wichtig zu wissen, dass die Hauptaufgabe des Kreuzbandes nicht in der Stabilisierung, sondern in der Führung des Kniegelenkes liegt. Zusätzlich lösen im Band enthaltene Spannungsmelder die richtige Abstimmung der stabilisierenden Muskeln aus. Bei einem Riss des vorderen Kreuzbandes kommt es nicht nur zu einer mechanischen, sondern auch zu einer funktionellen Störung. Unter einer mechanischen Störung versteht man, dass die bandhafte Verbindung zwischen Ober- und Unterschenkel und damit die Kniegelenksführung gestört ist. Funktionell kommt es zu einer Störung der „Dynamischen Stabilisierung“ der kniegelenksumgebenden Muskeln. Diese funktionelle Störung kann aus einem Muskelkraftdefizit, einem Ansteuerungsdefizit (reflektorische Muskelatrophie), einem motorisch propriozeptiven Abstimmungsdefizit oder häufig einer Kombination dieser resultieren.
In der Therapie müssen dementsprechend Schwerpunkte gesetzt werden.
Für den Patienten ist es bei dieser Verletzung wichtig, die auf ihn zukommenden mindestens 7, bei Operation sogar mindestens 9 Rehabilitationsmonate, gemeinsam mit seinem Arzt, seinem Therapeuten und auch seiner Familie zu planen (Beruf). Um den optimalen Erfolg zu erlangen, ist ein zielorientiertes und kontrolliertes Training 3 - 4 mal pro Woche nötig.
Wird nach konservativer Behandlung die volle Ausheilung erreicht, so sind auch keine Spätfolgen zu erwarten.
Die Heilungsaussichten sind individuell abhängig von dem Grad und Lokalisation der Verletzung sowie der Compliance des Patienten. Vollständige Heilung ist möglich.
Dr. med. Andreas Gröger
Dipl. Sportwiss. Angela Mang
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