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Frakturversorgung des Schultergürtels - Versorgung der Oberarmkopffraktur - Erläuterung der Untersuchung

Behandlungsziel bei einer Oberarmkopffraktur (Oberarmkopfbruch)

Ziel der Behandlung ist das schmerzfreie Erhalten des freien Bewegungsausmaßes des Schultergelenkes in Abhängigkeit vom Alter und Funktionsanspruch des Patienten. So ist das Behandlungskonzept individuell den Ansprüchen des Patienten anzupassen.

Behandlungsprinzipien bei einem Bruch des Oberarmkopfes (Humeruskopffraktur)

ortho-22.jpg60-85 % der Oberarmkopffrakturen sind Typ-0-Frakturen. Die nichtverschobene, oder nur gering verschobene Oberarmkopffraktur (Typ-0-Fraktur) wird nicht operiert. Da dieser Frakturtyp durch die Knochenhaut, die Gelenkkapsel und die Muskulatur „geschient“ wird, reicht eine Ruhigstellung im Schlauchverband für 7 bis 14 Tage bis zum Nachlassen der Schmerzen aus. Wichtig ist eine frühfunktionelle Übungsbehandlung um eine Einsteifen des Schultergelenkes zu verhindern. Nach etwa 6 bis 8 Wochen ist der Knochenbruch wieder fest durchbaut.

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Die Frakturtypen A bis C, Typ-X sowie die Oberarmkopftrümmerfrakturen zwingen jedoch, durch die starke Fehlstellung und der damit verbundenen Bewegungseinschränkung und Schmerzen zur möglichst ursprünglichen Wiederherstellung des Oberarmkopfes durch eine Operation. Hierbei werden unterschiedliche Materialien zur Stabilisierung des Knochenbruches in Abhängigkeit vom Frakturtyp verwendet. So kann eine Fraktur entweder mittels Drähten, Schrauben oder Platten stabilisiert werden. Ist durch die Schwere der Verletzung jedoch mit Hilfe dieser Materialien keine schultergelenkfunktionserhaltende Operation möglich oder sind die versorgenden Gefäße des Oberarmkopfes zerstört, sodass die Wahrscheinlichkeit des Absterbens des Oberarmkopfes sehr hoch ist, besteht die Möglichkeit des Oberarmkopfersatzes durch eine Prothese (künstlicher Gelenkersatz). In den letzten Jahren wurden für diese Art des Gelenkersatzes spezielle Frakturprothesen entwickelt, die sich individuell auf die Fraktur abstimmen lassen. So ist der Prothesenkopf höhenverschiebbar, um eventuelle frakturbedingte Höhenverluste auszugleichen. Des Weiteren besitzt die Frakturprothese besondere Vorrichtungen um die abgerissenen Rollhügel (Tub. majus und minus) an der Prothese in anatomischer Position zu refixieren. Dies ist wichtig, da an den Rollhügeln die Sehnen der Rotatorenmanschette ansetzen.

Eine Sonderstellung nimmt die Oberarmkalottentrümmerfraktur ein. Wird bei dieser Fraktur mehr als 40 % der Gelenkfläche zerstört, ist auch hier der Gelenkflächenersatz mittels Oberarmkopfprothese angezeigt.

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Weitere Informationen speziell zur Schulterprothese finden Sie hier.

letzte Aktualisierung: 22.05.2012

Artikelinformationen zu Frakturversorgung des Schultergürtels - Versorgung der Oberarmkopffraktur
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Prof. Dr. med. Peter Habermeyer

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