
Die am häufigsten auftretende Fraktur (Knochenbruch) am Schultergürtel ist die Oberarmkopffraktur (47 % der Frakturen des Schultergürtels). Das Vorkommen dieser Fraktur ist mit dem Alter und dem Grad der Osteoporose vergesellschaftet und betrifft daher durschnittlich 2-3 mal häufiger Frauen als Männer.
In Abhägigkeit von der Anzahl der beim Oberarmkopfbruch entstandenen Fragmente, des Ausmaßes der Fragmentverschiebung und der Höhe des Frakturverlaufs wird die Verletzung in unterschiedliche Typen eingeteilt und unterschiedliche Verfahren zur Behandlung angewandt.
Man unterscheidet Typ-0-Frakturen als nicht verschobene „Einteil-Fraktur“ von Typ-A-Frakturen als Zweifragmentfrakturen mit Abriß des großen Rollhügels (Tuberculum majus) oder des kleinen Rollügels (Tuberculum minus). Des Weiteren gibt es Typ-B-Frakturen, die im chirurgischen Hals verlaufen und 2 bis 4 Frakturfragmente aufweisen können. Typ-C-Frakturen verlaufen im anatomischen Hals. Auch hier können sich 2 bis 4 Frakturfragmente finden.
Unter Typ-X-Frakturen verstehen wir die vordere oder hintere Luxationsfraktur (Ausrenkung des Schultergelenkes mit begleitendem Knochenbruch). Nach der Schulterglenksreposition (Wiedereinrenkung) erfolgt die Einteilung dieser Fraktur zusätzlich gemäß Typ- A bis C.
Zusätzlich grenzen wir die Kopfkalottentrümmerfrakturen (so genanntes Head-Splittingund Impressionsfrakturen) ab.
| Autor -
Prof. Dr. med. Peter Habermeyer |
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