Diagnostik der Kniegelenksarthrose
Die Anfertigung von Röntgenaufnahmen des erkrankten Kniegelenkes mit anterior-posterioren und lateralem Strahlengang ist unentbehrlich und kommt routinemäßig zum Einsatz. Hier lassen sich zumeist alle radiologischen Kriterien einer Arthrose (Gelenkspaltverschmählerung, Sklerosen, subchondrale Zysten, osteophytäre Anbauten u.A.) sicher nachweisen.
Zusätzlich können auch Belastungsaufnahmen im anteriorposterioren Strahlengang bei 20° Beugung des Kniegelenkes zur Sicherung der Diagnose durchgeführt werden.
Bei Verdacht auf Meniskopathien, Verletzungen der Kreuzbänder und beginnenden Osteonekrosen sollte zur Beurteilung der weichteiligen Strukturen sowie initialer Knochenmarksödeme eine Magnetresonanztomografie durchgeführt werden. Führen die o.g. nicht invasiven Verfahren zu keinem Ergebnis, kann in seltenen Fällen auch die Durchführung einer diagnostischen Arthroskopie des Kniegelenkes indiziert sein.
Konservative Therapie der Kniegelenksarthrose
Die konservative Therapie besteht aus einem das Kniegelenk belastenden und einem entlastenden Anteil. Zu befürworten sind Sportarten mit Bewegungsabläufen ohne Stauchungen, wie etwa Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik. Bei Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion dringend zu empfehlen.
Zusätzliche Unterstützung kann durch physiotherapeutische Bewegungsübungen gegen Kontrakturen, Phonophoresen, Elektrotherapie und Traktionsbehandlungen gegeben werden. Wenn dies nicht mehr zu einer adäquaten Schmerzlinderung führt, kann eine intraartikuläre Injektion mit einem Lokalanästhetikum, ggf. mit einem Kortikosteroidteilzusatz durchgeführt werden. Seit längerer Zeit konnten gute Ergebnisse mit der intraartikulären Gabe von Hualuronsäurederivaten erzielt werden, jedoch ist hier die Indikationsstellung entscheidend.
Die Durchführung einer solchen Therapie bei einer dritt- bis viertgradigen Gonarthrose ist sehr umstritten und die Schmerzlinderung wenn überhaupt nur von kurzer Dauer. Abschließend sei gesagt, dass jegliche Art von Injektionstherapien nur zu einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden führen.
Eine medikamentöse Langzeitschmerztherapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika ist dagegen sehr verbreitet, aufgrund der gastrointestinalen Nebenwirkungen aber nicht ungefährlich. Selektive COX-2-Hemmer kommen auch zum Einsatz, sind aber wegen möglicher kardiopulmonalen Nebenwirkungen nicht für jeden Patienten geeignet. Die Prognose kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein und ist schwer vorhersehbar. Dennoch muss ein Großteil der Gonarthrose letztlich operativ versorgt werden.
Gelenkerhaltende Operation bei Kniegelenksarthrose
Hier ist in erster Linie die Arthroskopie zu nennen, mit ihr kann die Begutachtung aller drei Gelenkkompartimente in vivo erfolgen. Außerdem erlaubt sie die Behebung kleinerer Defekte vor Ort bei minimaler Irritation des Weichteilgewebes. Umstellungsoperationen (Osteotomien) im Bereich des Schienbeinknochens (Tibia) können, wenn die Schmerzen auf eine Achsfehlstellung zurückzuführensind, eine therapeutische Alternative sein.
Hier kommen zumeist hohe Tibiaosteotomien oder distale Femurosteotomien zum Einsatz und sorgen damit für eine Senkung des transartikulären Druckes, eine Rezentrierung des Kraftflusses und eine Optimierung der Belastungsmomente. Die Umstellungsosteotomien können varisierend oder valgisierend erfolgen und sollen die punktuellen Be- und Überlastungen des Gelenkknorpels korrigieren. Festzustellen ist, dass diese Operationstechniken nur den Patienten von dauerhaftem Nutzen sind, welche noch über intakten Gelenkknorpel verfügen. Somit ist ihr Einsatz bei dritt- und viertgradigen Arthrosen umstritten und eher als Kontraindikation für eine solche Operation zu sehen.
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