
Therapie der Kniegelenksarthrose
Die Prävalenz einer Arthrose des Kniegelenkes (Gonarthrose) ist jenseits des 65. Lebensjahres mit circa 15 % angegeben, wobei Frauen häufiger als Männer betroffen sind. Vielfach haben sie eine sekundäre Genese, bestehen also aufgrund einer Vorschädigung des Kniegelenkes nach Traumen, Operationen, Fehlentwicklungen (Dysplasien), Achsdeformitäten, entzündlich- rheumatischen Krankheiten, Infektionen und anderen Arthropathien. Man unterscheidet die Gonarthrose gemäß ihrer Achsenfehlstellung in zwei Formen, bei einer X-Fehlstellung (valgus) wird sie als Valgusgonarthrose (Abb. 1 und 2) und bei einer O-Fehlstellung (varus) dementsprechend als Varusgonarthrose bezeichnet (Abb. 3 und 4).
Die Arthrose des Kniegelenkes weist, ähnlich der Arthrose anderer Gelenke, drei verschiedene Schmerzformen auf. Die am häufigsten auftretende Schmerzform ist der Belastungsschmerz, gefolgt von Anlauf- und Ruheschmerzen. Dabei wird der Schmerz meistens im Bereich der Kniescheibe (Patella), im Bereich des Kniegelenkspaltes oder der Kniekehle wahrgenommen. Allerdings kann es auch sein, dass die Schmerzen in den Oberschenkel oder sogar in das Hüftgelenk ausstrahlen. Das Kniegelenk teilt sich in drei Kompartimente, das mediale (mittige) und das laterale (äußere) Kompartiment sowie in die femoropatellare Gleitbahn, welche durch verschiedene Untersuchungen getrennt voneinander beurteilt werden können. Bei der Untersuchung zeigt sich meist eine schmerzhaft eingeschränkte Beweglichkeit sowie Schmerzen bei Belastungstests der Kniescheibe (Zohlen-Zeichen, Patellaverschiebeschmerz) bei Beteiligung der femoropatellaren Gleitbahn. Das Kniegelenk kann aufgrund einer Wassereinlagerung im Bereich der Kapsel oder eines intraartikurären Ergusses deutlich anschwellen. Bei fortgeschrittener Gonarthrose kann eine deutliche Muskelathrophie sowie eine Bandinstabilität bestehen.
| Autor -
Dr. med. Alexander Hagel |
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| Autor - Prof. Dr. med. Werner Hein | |
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