Beinverkürzungen können angeboren sein oder durch Verletzung, Infektion oder andere erworbene Erkrankungen verursacht werden. Beinverkürzungen von über 2 cm führen häufig zu Beschwerden: Durch die ungleich langen Beine entsteht eine Schiefstellung des Beckens. Als Folge verkrümmt sich die Wirbelsäule, so dass Schmerzen und frühzeitiger Verschleiss im Bereich der Hüften und an der unteren Wirbelsäule auftreten können. Zwar können Schuherhöhungen oder spezielle orthopädische Schuhe zum Ausgleich getragen werden, allerdings stellen diese eine für viele Patienten nicht tolerable funktionelle und auch kosmetische Beeinträchtigung dar.
Welche Methode empfiehlt sich zur Beinverlängerung?
Mittels der so genannten Kallusdistraktion, d.h. langsamen, kontinuierlichen Zug eines heilenden Knochens, können selbst langstreckige Verlängerungen von Ober- oder Unterschenkelknochen erfolgen. Bei der bisher üblichen Behandlung mit einem äußeren Spanner (Fixateur externe) treten pro Patient zwischen 0,24 bis 1,17 Komplikationen auf: Einerseits werden an den Eintrittstellen der Drähte des Fixateur externe häufig schmerzhafte Infektionen beobachtet, die sich in die Tiefe auf den Knochen und auf die angrenzenden Gelenke ausbreiten können. Da die Drähte die Weichteile, d.h. die Haut, Muskeln und Sehnen durchteilspießen, um den Knochen zu stabilisieren, ist die Beweglichkeit der Gelenke deutlich herabgesetzt, so dass sich dauerhafte Bewegungseinschränkungen ausbilden können. Nach Entfernung des Fixateur externe kann sich das neugebildete Kallusgewebe verbiegen, verkürzen oder auch brechen. Die lange Tragedauer des Fixateur externe beträgt nicht selten 6 – 12 Monate und verzögert somit die Rehabilitation sowie den Wiedereintritt in das Arbeitsleben. Der voluminöse Fixateur stellt erfahrungsgemäß eine erhebliche physische und psychische Beeinträchtigung des Patienten dar.
Seit mehreren Jahrzehnten ist daher intensiv nach Möglichkeiten einer Beinverlängerung mit einem internen Implantat geforscht worden, die eine Anwendung des Fixateur externe vermeiden.
Der so genannte „Intramedullary Skeletal Kinetic Distractor“, kurz ISKD-Nagel, ist ein neuartiger Verlängerungsnagel, der die zuvor genannten Komplikationen eines externen Fixateurs vermeidet. Er verlängert sich mechanisch durch Drehbewegungen von mindestens 3° im Bereich des durchtrennten, verlängernden Knochens.
Fragen zur Beinverlängerung mittels ISKD-Verlängerungsnagel
Wann beendet der Verlängerungsnagel das Wachsen?
Kann ich mit dem verlängerten Bein wieder Sport treiben?
Muss der Verlängerungsnagel nach Abschluss der Behandlung entfernt werden?
Als Autor anmelden
|
zum Anfrageformular