Welche Methoden werden bei Amputationen angewandt?
1. Chronisch-arterielle Verschlusskrankheit mit oder ohne Diabetes mellitus
Spätestens bei ersten Anzeichen von z. B. Wadenschmerzen bzw. Einschränkung der Gehstrecke sollte eine Vorstellung beim Angiologen (Spezialisten für Gefäßerkrankunge) erfolgen. Er wird entsprechend dem Stadium der Verschlusskrankheit Medikamente bzw. dosierte
Krankengymnastik verordnen.
Teilweise im Stadium III nach Fontaine bzw. im Stadium IV nach Fontaine mit Gewebsuntergang an den Füßen steht, sofern keine Gefäßrekonstruktion durch den Gefäß
chirurgen mehr möglich ist, die Amputation möglichst
peripher zur Diskussion.
Dabei hat sich aus unserer Erfahrung gezeigt, dass, abgesehen von wenigen Kontraindikationen, die standardisierte Unterschenkelamputation nach Brückner mit einer Knieerhaltungsquote von 93 % die besten Rehabilitationsaussichten durch die Erhaltung des Kniegelenkes hat. In wenigen Fällen ist die Amputation im Kniegelenk bzw. im Oberschenkelbereich notwendig.
2. Neuropathischer Diabetes-Fuß
Es kann die Ruhigstellung des Fußes bzw. die operative Beseitigung des Infektes im Fußbereich notwendig werden. Dabei kann es vorkommen, dass einzelne Knochen entfernt werden müssen. Das Hauptproblem besteht darin, durch eine entsprechende Aufklärung des Patienten über zukünftige Verhaltensweisen und eine stadiengerechte Versorgung mit Schuhen möglichst Geschwüre am Fuß zu verhindern. Die tägliche Begutachtung der Füße seitens des Patienten bzw. seiner Angehörigen ist notwendig. Bei kleinsten Veränderungen ist der Diabetologe bzw. der Facharzt für Orthopädie/
Unfallchirurgie in einer Spezialpraxis für die Behandlung von
Diabetes-Füßen aufzusuchen.
3. Posttraumatisch bedingte Amputationen; Tumoren
Bei Infektionen nach Unfällen bzw. primär unfallbedingter Abtrennung der Extremität sowie Tumoren richtet sich die Höhe der Amputation nach der Absetzungsmöglichkeit im gesunden Gewebe. Hier sind auch Amputationen im Hüft- bzw. Beckenbereich möglich (Hüftexartikulation bzw. Hemipelvektomie).
letzte Aktualisierung: 15.05.2012
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