Amputation
In Deutschland werden jährlich rund 60 000 Amputationen an den oberen und besonders an den unteren Extremitäten vorgenommen. Bei einer Amputation handelt es sich um die Entfernung eines krankhaften, zum Teil nicht mehr lebensfähigen Extremitätenabschnittes. Hauptursache für eine Amputation ist das Vorliegen einer Arteriosklerose.
Mögliche Ursachen für eine Amputation
ArterioskleroseDie Ursachen können vielfältig sein. An erster Stelle der Indikation stehen mit rund 90 % die
chronisch-arterielle Verschlusskrankheit (
Arteriosklerose – Verschluss der Arterien) mit oder ohne
Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Der Verschluss (Einengung) der Arterien in Verbindung mit dem
Diabetes mellitus hat einerseits aufgrund des verminderten Sauerstoffangebotes im Gewebe und durch die mit dem
Diabetes mellitus anderseits einhergehende Stoffwechselstörung die höchste Amputationsrate.
Diabetischer FußDeutlich davon unterscheidet sich der sogenannte
Diabetes-Fuß auf der Basis einer diabetischen
Neuropathie (Nervenstörung) ohne Verschluss der großen Gefäße. Durch die Nervenstörung sind die Gefäße eher weitgestellt und die Durchblutung teilweise sogar verstärkt. In diesen Fällen muss demzufolge seltener amputiert werden. Die Ursachen für eine Amputation liegen hier auf der mitunter begleitenden Zerstörung der Knochen und Gelenke (Osteoarthropathie) bzw. der durch ein neuropathisches Geschwür, meistens an der Fußsohle, von außen nach innen eintretenden Infektionen. Aufgrund der in diesen Fällen oft noch ausreichenden Durchblutung reichen aber mitunter auch Resektionen einzelner Knochen und damit der weitest gehende Erhalt des Fußes aus.
Infektionen
Auch Infektionen, vorwiegend nach Unfällen und Tumoren (insgesamt etwa 10 %) können zur Amputation führen. Nur in seltenen Fällen muss bei einer Extremitätenmissbildung zur Verbesserung der Versorgung mit einer
Prothese bzw. Orthese amputiert werden.
Welche Faktoren begünstigen die Arteriosklerose (Verengung der Gefäße) und können somit zu einer Amputation führen?
Die
Arteriosklerose wird begünstigt durch Bewegungsarmut in Verbindung mit Fettstoffwechselstörungen und der Zuckerkrankheit. Besonders ungünstig wirkt sich das
Rauchen aus („Raucherbein“).
Erste Symptome, die zu einer Amputation führen können
Auch hier ist zwischen
chronisch-arterieller Verschlusskrankheit mit oder ohne
Diabetes mellitus bzw. dem neuropathischen
Diabetes-Fuß zu unterscheiden.
1. Chronisch-arterielle Verschlusskrankheit mit oder ohne Diabetes mellitus Der chronische Verschluss der Arterien beginnt mit Belastungsschmerzen in den unteren Extremitäten aufgrund der unzureichenden Sauerstoffzufuhr (zunehmende Ischämie). Oft können die Patienten nur 100 bis 200 m oder kürzer laufen und müssen dann stehen bleiben, bis wieder eine ausreichende Sauerstoffversorgung in den unteren Extremitäten erfolgt (Schaufensterkrankheit) ist. Im Laufe der Zeit verstärkt sich dieses
Symptom (Claudicatio intermittens) und führt in Extremfällen bis zu Ruheschmerzen. Analog dazu (Stadium IV nach Fontaine) kommt es zum Absterben des Gewebes (Nekrosen). Ein wichtiger Hinweis ist das Verschwinden der arteriellen Pulse an den unteren Extremitäten. Darüber hinaus sind die Füße oft kalt. Das Gefühl und der Schmerz sind aber ohne neuropathische Veränderungen vorhanden.
2. Neuropathischer Diabetes-FußWegen der Nervenstörung kommt es oft zur Weitstellung der Gefäße im Bereich der unteren Extremitäten, besonders im Fußbereich, was Schwellungszustände des Fußes zur Folge hat. Diese Schwellungszustände sind nicht durch
Lymphdrainage behandelbar. Darüber hinaus ist die zunehmende Gefühllosigkeit im Bereich des Fußes auffällig, was zur Folge haben kann, dass unbeabsichtigt und unbemerkt spitze Gegenstände in die Fußsohle eingetreten werden. Diese entzünden sich und führen dann zu einem Geschwür (Ulcus). Über dieses Geschwür können Bakterien in das Innere des Fußes eintreten und dort zu schweren Infektionen führen, die zum meist chirurgischem Handeln zwingen. Zusammengefasst sind beim neuropathischen
Diabetes-Fuß das Gefühl, das Schmerz- und Temperaturempfinden herabgesetzt bzw. je nach Stadium der Erkrankung ausgelöscht.
letzte Aktualisierung: 15.05.2012
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