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Niereninsuffizienz - Hintergrund / Einleitung

Niereninsuffizienz


Bei einer Niereninsuffizienz – auch Nierenversagen oder Nierenfunktionsstörung genannt – handelt es sich um eine Unterfunktion einer oder beider Nieren. Unterschieden wird dabei zwischen einer plötzlich auftretenden, akuten Niereninsuffizienz und einer sich über einen längeren Zeitraum verschlimmernden, chronischen Niereninsuffizienz. Während sich die akute Niereninsuffizienz in der Regel durch eine fehlende Harnproduktion äußert, verläuft eine chronische Niereninsuffizienz im Anfangsstadium meist ohne Symptome.

Definition: Was ist eine Niereninsuffizienz?


Als Niereninsuffizienz oder auch Nierenversagen bzw. Nierenfunktionsstörung wird eine Unterfunktion einer oder beider Nieren bezeichnet. Die Nieren sind dann nicht mehr bzw. nur noch eingeschränkt in der Lage, durch die Bildung von Urin Stoffwechselprodukte und Giftstoffe über die Harnwege aus dem Körper auszuscheiden. In der Folge sammeln sich diese Stoffe im Organismus und führen zu einer Vergiftung und Überwässerung des Körpers.

Formen der Niereninsuffizienz


Bei der Niereninsuffizienz wird zwischen zwei Formen unterschieden: der akuten und der chronischen Niereninsuffizienz. Die akute Niereninsuffizienz tritt sehr plötzlich im Laufe von Stunden bis Tagen auf und ist durch eine rasche Abnahme der Nierenfunktion gekennzeichnet. Die Nieren können ihre Aufgaben bei einer akuten Niereninsuffizienz nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr wahrnehmen, was sich in der Regel durch eine verminderte oder fehlende Harnproduktion äußert. Eine akute Niereninsuffizienz ist in der Regel nach einer ausreichenden Behandlung reversibel, also rückgängig zu machen.

Bei einer chronischen Niereninsuffizienz lässt die Nierenfunktion allmählich über einen längeren Zeitraum von Monaten bis Jahren immer mehr nach, bis die Nieren ihre Funktion komplett einstellen. Eine solche chronische Niereninsuffizienz verläuft im Anfangsstadium meist ohne Symptome und ist in der Regel irreversibel, also nicht rückgängig zu machen.


Häufigkeit der Niereninsuffizienz


Etwa 16.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr eine terminale Niereninsuffizienz, also ein dauerhaftes Versagen der Nierenfunktion. Insgesamt gab es im Jahr 2003 in Deutschland etwa 78.000 Patienten mit einer behandlungsbedürftigen Niereninsuffizienz. Männer sind dabei etwa 1,3 mal häufiger von einer Niereninsuffizienz betroffen als Frauen. Die Betroffenen sind durchschnittlich 64 bis 69 Jahre alt.

Ursachen für eine Niereninsuffizienz


Die Ursachen für eine Niereninsuffizienz sind vielfältig und unterscheiden sich bei den beiden Formen der Niereninsuffizienz. So wird eine akute Niereninsuffizienz meist durch eine plötzliche Mangeldurchblutung der Nieren, bedingt durch einen plötzlichen Blutverlust, einen jähen Blutdruckabfall oder einen Kreislaufschock, etwa bei einem schweren Unfall oder einer Operation, verursacht. Auch Vergiftungen oder Schädigungen des Nierengewebes, etwa durch Medikamente, Pilze oder Röntgenkontrastmittel, können eine akute Niereninsuffizienz zur Folge haben. Darüber hinaus kann eine akute Niereninsuffizienz auch durch eine Abflussstörung im Harntrakt, bedingt durch Nieren-, Blasen- oder Harnsteine, Tumore oder eine vergrößerte Prostata, verursacht werden.

Die chronische Niereninsuffizienz ist in etwa 28 Prozent der Fälle auf eine diabetische Nephropathie, also eine Schädigung der Nieren durch Diabetes mellitus, und in etwa 31 Prozent der Fälle auf Entzündungen in den Nieren zurückzuführen. Darüber hinaus kann eine chronische Niereninsuffizienz auch durch Erkrankungen der Blutgefäße der Nieren, Zystennieren, Bluthochdruck oder die regelmäßige Einnahme von bestimmten Schmerzmitteln hervorgerufen werden.

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