Der Schlaganfall, Apoplex oder Hirninfarkt führt durch einen Verschluss einer Gehirnarterie zu einer Blutleere (Ischämie) und zu einem Untergang von Hirngewebe.
Die Rate der Neuerkrankungen bei Schlaganfall liegt bei 150-250 von 100.000 Einwohnern pro Jahr mit einer Sterberate von 100 pro 100.000 Einwohner im Jahr.
Die Ursache des Schlaganfalls kann ein Abgang von Blutgerinnsel (Embolie) aus dem Herzen oder aus dem Blutstromkreis sein, der als Embolus eine Hirnarterie verlegt. Selten treten Verschlüsse der Gefäße durch Fettteilchen (sog. Fettembolie) nach einem Knochenbruch auf.
Ausbuchtungen von Gefäßen (Aneurysmen) oder Entzündungen an den Gefäßwänden können ebenfalls zu Durchblutungsstörungen führen.
Auch verschiedene Bluterkrankungen (mit Zusammenklumpen von Blutzellen) können Ursache eines Schlaganfalls sein.
Risikofaktoren sind erhöhter Blutdruck, Herzerkrankungen, Zuckererkrankung, Fettsucht, erhöhter Alkoholgebrauch (Frauen>40g/Tag, Männer>60g/Tag) sowie Rauchen und Drogeneinnahme. Bei Frauen kann die Einnahme der „Pille“ eine Rolle spielen.
Ein Schlaganfall schädigt meist nur Teile einer Gehirnhälfte. Da die Nervenbahnen einer Gehirnhälfte über Kreuz auf die entgegengesetzte Körperseite ziehen, erklärt dies das einseitige Auftreten einer Lähmung von Arm und Bein bzw. einer Gesichtslähmung auf der Gegenseite.
Akutbehandlung
Bei einem plötzlichen Auftreten eines Schlaganfalles sollte eine sofortige Einweisung über den Notarzt erfolgen. Besonders wichtig ist die Angabe des Krankheitsbeginns. Die stationäre Aufnahme sollte möglichst in den ersten 3 Stunden nach den ersten Krankheitsanzeichen erfolgen. Dies entscheidet über den Erfolg der Behandlung des Schlaganfalles. Bleibt das Ereignis des Schlaganfalles unter 3 Stunden, kann man versuchen, unter bestimmtem Voraussetzungen und intensivmedizinischen Bedingungen den Verschluss der Arterie zu öffnen. Dies wird als Lyse bezeichnet. Über eine Vene wird ein das Blutgerinnsel auflösendes Medikament gespritzt. Allerdings sollte der Einsatz dieser Behandlungsmethode in jedem Falle streng geprüft werden, da die Gefahr einer Hirnblutung besteht. Die Sofortbehandlung des Hirninfarktes erfolgt durch Gabe von Sauerstoff, der vorsichtigen Normalisierung des Blutdruckes und des Blutzuckers. Dabei spielen auch die Flüssigkeits- und Temperaturregulierung eine Rolle.
Weitere Behandlung
Eine zusätzliche Behandlung des erhöhten Blutdruckes, Blutzuckers und von Fettstoffwechselstörungen ist meist längerfristig notwendig. Weiterführend sollte abgeklärt werden, ob eine Gefäßoperation bei entsprechenden Verengungen an den Halsgefäßen notwendig ist. Zur Vermeidung einer Lungenentzündung wird Atemtraining, bei Harnwegsinfekten Blasentraining durchgeführt. Weiterhin wird zur Vermeidung von Beinvenenthrombosen und zur Verhinderung von Gelenksveränderungen Physiotherapie verordnet. Eine Anschlussheilbehandlung (Kur) kann oft zur Besserung der Erkrankung führen.
Als Autor anmelden |
Hier finden Sie Ihren Neurologen, Neurochirurgen und Neuroradiologen