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Polyneuropathie - Hintergrund / Einleitung

Unter einer Polyneuropathie wird die Erkrankung mehrerer peripherer Nerven verstanden, nicht also des Gehirns und des Rückenmarks. Zumeist sind Nerven der Arme und Beine betroffen. Es können aber auch Hirnnerven (mit Störungen am Kopf) oder auch Nerven des Rumpfes befallen sein.

Ursachen

Die Ursachen einer Polyneuropathie sind vielfältig. Mögliche Ursachen können Stoffwechselstörungen (am häufigsten bei der Zuckerkrankheit), entzündliche Erkrankungen, schädigende Einflüsse von außen (bekanntestes Beispiel ist der Alkoholmissbrauch) oder Vererbung sein.

Weiterhin treten Polyneuropathien im Rahmen anderer Erkrankungen (z.B. bei Tumorleiden, Gefäßerkrankungen, AIDS usw.) auf. Teilweise können die Polyneuropathien zuerst Beschwerden hervorrufen und der Entdeckung der eigentlichen Erkrankung vorausgehen. Bei ca. 30% der Erkrankten kann die Ursache der Polyneuropathie nicht gefunden werden.

Polyneuropathie

 

 

 

 

Es gibt motorische (also Fasern, die für die Bewegung zuständig sind), sensible (das Empfinden leitende Fasern) und vegetative Nervenfasern (diese erhalten Erregungen vom vegetativen Nervensystem und sind daher z.B. für das Schwitzen und die Steuerung der inneren Organe zuständig).

Da die Nervenfasern oft neben sensiblen Anteilen auch motorische und vegetative Fasern führen, können wiederum die Störungen verschieden und abhängig vom Versorgungsbereich und der Faseranteile der Nerven sein. Es gibt auch einige wenige rein motorische, sensible oder vegetative Nerven.

Sonderformen

Guillain-Barre-Strohl-Syndrom (GBS)
Die ist eine entzündlich bedingte Polyneuropathie (Polyneuritis) mit rasch aufsteigenden Lähmungen und Gefühlsstörungen. Die Diagnose wird bei typischem neurologischem Befund mittels ENG und der Nervenwasseruntersuchung gestellt. Weiteres siehe unter Kapitel 5. 

Hirnnervenneuritis
Diese entzündlich bedingte Nervenerkrankung zeigt sich im Gesicht mit Augenmuskel-  sowie mit Koordinationsstörungen. Die Augen wirken „wie eingemauert“ und ausdruckslos. Diese Erkrankung ist eine Sonderform des entzündlich bedingten Guillain-Barre-Syndroms (siehe oben) und bildet sich von selbst nach einigen Wochen zurück.

letzte Aktualisierung: 04.02.2010
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