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Migräne - Hintergrund / Einleitung

Migräne - Mehr als nur Kopfschmerzen

Rasende Kopfschmerzen bei Migräne
Rasende Kopfschmerzen bei Migräne
Migräne ist das bekannteste anfallsartige Kopfschmerzsyndrom. Die Migräne kann schon im Kindesalter (um 10 Jahre) auftreten. Meist beginnt sie zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr und klingt etwa im 50. Lebensjahr ab. Frauen sind häufiger von Migräne betroffen als Männer. Eine erbliche Belastung ist bekannt.

Der Migräneanfall läuft in drei Phasen ab. Er entwickelt sich über Stunden bis maximal 2 Tagen. Die Gehirngefäße verengen und erweitern sich, dabei wird ein entzündlich wirkendes Gewebshormon (Serotonin) freigesetzt. Der genaue Mechanismus ist nicht bekannt.

Symptome der Migräne

1. Phase:
Die Aura bezeichnet Symptome, die dem eigentlichen Kopfschmerz mit vielgestaltigen neurologischen Ausfällen vorausgehen:

  • Sehstörungen (Flimmern oder Blitze vor einem Auge, Zickzacklinien einseitig)
  • Sprachstörungen
  • Missempfindungen, wie z.B. Kribbeln an Armen/Beinen oder im Gesicht

2. Phase:
Der dann einsetzende Kopfschmerz wird als pulsierend, drückend, meist seitenbetont, aber auch mit Schmerzen im Nacken- oder Schläfenbereich angegeben. Es bestehen Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
Weitere Anzeichen können sein:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Magenbeschwerden
  • Neurologische Ausfälle (z.B. Halbseitenlähmung)

3. Phase:
In der Rückbildungsphase gehen die Kopfschmerzen zurück. Der Patient fühlt sich müde und erschöpft. Neurologische Ausfälle sind nicht mehr nachweisbar. Eine Migräne kann mitunter einige Tage anhalten.

Sonderformen der Migräne


Basilaris- Migräne
Kopfschmerzen, die mit schweren Krankheitszeichen wie Doppeltsehen, Schwerhörigkeit, Lähmungen, Hautmissempfindungen und Schwindel auftreten, können auf eine Durchblutungsstörung im hinteren Stromgebiet des Gehirns (Arteria basilaris-Stromgebiet) hinweisen.

Ophthalmoplegische Migräne
Schmerzattacken, die mit Augenmuskellähmungen (der Betroffene hat Doppelbilder) einhergehen, werden als ophthalmoplegische Migräne bezeichnet.

Retinale Migräne
Einen einseitigen Gesichtsfeldausfall mit und ohne Kopfschmerz, der bis zur Erblindung für Stunden führen kann, nennt man eine retinale Migräne.

Kindliche Migräne
Im Kindesalter kann die Migräne mit Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und vielen anderen Zeichen auftreten. Sie wird oft verkannt, da die Kopfschmerzen teilweise fehlen

Behandlung der Migräne

Akutbehandlung
Im Migräneanfall werden schmerz- und entzündungshemmende Mittel wie z.B. ASS° (Acetylsalicylsäure) schon bei den ersten Anzeichen gegeben. Auch werden sog. Triptane verabreicht. Kombinationsformen von Schmerzmitteln sind möglich, aber auch bestimmte Antirheumatika (Ibuprofen) oder Serotoninantagonisten (Mittel, die dem Gewebshormon Serotonin entgegenwirken). Ergotaminpräparate kommen heutzutage seltener zum Einsatz. Gleichzeitig werden Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen gegeben.

Vorbeugung
Bei häufig auftretenden Migräneanfällen kann eine Dauereinstellung mit Medikamenten, die die Häufigkeit der Migräneanfälle mindern und die Attacken mildern sollen, erfolgen. Mögliche auslösende Faktoren einer Migräne (wie Rotwein, Schokolade, Käse oder Nikotin) sollten gemieden werden.

letzte Aktualisierung: 10.02.2010
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