Behandlung der Epilepsie
Bei gesicherter Epilepsie ist eine Behandlung unbedingt erforderlich zur Vermeidung weiterer epileptischer Anfälle und Schäden durch Anfälle (Unfälle, Verletzungen, Verzögerung der kindlichen Hirnentwicklung, soziale Ausgrenzung). Die Behandlung der Epilepsie erfolgt mit einem der zahlreich zur Verfügung stehenden, regelmäßig zu verabreichenden Medikamente gegen Anfälle (
Antiepileptika). Häufig verordnete Substanzen bei Epilepsie sind u.a. Valproat, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Lamotrigin, bei Kindern auch Ethosuximid und Sultiam. Idealziel ist Anfallsfreiheit ohne Nebenwirkungen. Bei schwierigen Verläufen muss ein Wechsel auf eine andere Substanz oder Kombination zweier geeigneter
Antiepileptika erfolgen.
Bei bestimmten Formen kindlicher Epilepsien (Epilepsie-Syndrome wie z.B. West- oder Lennox-Gastaut-
Syndrom) müssen stark wirksame Substanzen (Cortison, Brom, Barbiturate) eingesetzt und der Nutzen gegen die Anfälle mit dem Spektrum schwerer Nebenwirkungen abgeglichen werden. Bei manchen Epilepsien kann eine operative Entfernung von Tumoren oder anfallsauslösendem Gewebe aus dem Gehirn Anfallsfreiheit erbringen.
Sehr wichtig ist neben der Medikamentengabe die adäquate psychosoziale Unterstützung und Führung des Epilepsie-Kranken. Er soll informiert sein über Risiken durch Anfälle (Ertrinken, Straßenverkehrsunfälle), aber auch ermutigt und gefördert werden in der vorurteilsfreien Gestaltung seines Alltags in Schule, Beruf und Freizeit. Eine oft einsetzende Überbehütung von Kindern mit Epilepsie führt zu fatalen sozialen Ausgrenzungen.
Heilungsaussichten bei Epilepsie
Kinder mit Epilepsie erreichen durch mehrjährige Einnahme von
Antikonvulsiva in gut 60 Prozent aller Fälle bleibende Anfallsfreiheit auch nach Absetzen der
Antikonvulsiva. Entscheidende Voraussetzung hierfür ist das Vorliegen eines „gutartigen“ Epilepsie-Syndroms (z.B. Absenceepilepsie, Rolandoepilepsie) und das Fehlen von Vorerkrankungen des Gehirns. Kinder mit Hirnfehlbildungen, Stoffwechselkrankheiten des Gehirns oder Hirnschäden nach Entzündung oder Sauerstoffmangel werden hingegen nur selten anfallsfrei.
letzte Aktualisierung: 03.02.2012
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