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Hirngefäßangiographie - Methoden

Vorgehen bei einer Angiographie


Am häufigsten wird bei einer Angiogaphie die Schlagader (Arterie) in Höhe der Leiste nach einer örtlichen Betäubung der Haut mit einer dünnen Kanüle punktiert. Anschließend wird über einen dünnen Draht die Kanüle mit einer Schleuse ausgetauscht. Diese sogenannte Schleuse ist ein mit einer Membran versehener Plastikschlauch, der in vielen verschiedenen Durchmessern und Längen verfügbar ist. Üblicherweise werden für diagnostische Gefäßdarstellungen im Rahmen der Angiographie Durchmesser von 1.4 – 1.7 mm benutzt.
Hochmoderne Angiographieanlage der Firma Siemens, die speziell für neuroradiologische Untersuchungen und Behandlungen an den Hirn- und Rückenmarksgefäßen im Januar 2010 am Klinikum Augsburg in Betrieb genommen wurde.
Hochmoderne Angiographieanlage der Firma Siemens, die speziell für neuroradiologische Untersuchungen und Behandlungen an den Hirn- und Rückenmarksgefäßen im Januar 2010 am Klinikum Augsburg in Betrieb genommen wurde.

Über diese Schleuse können Katheter in das Gefäßsystem eingebracht werden, mit denen die zu untersuchenden Gefäße sondiert werden und die dann durch Kontrastmittelinjektion dargestellt werden. Der Vorteil einer Schleuse ist, dass verschieden konfigurierte Katheter eingeführt werden können, die bei schwierigen anatomischen Verhältnissen die Sondierung der Gefäße erleichtern. Außerdem können von der Leiste aus in der Regel alle hirnversorgenden Gefäße erreicht werden.

Nur in Ausnahmefällen können oder müssen andere Gefäße, wie z.B. die Armbeugearterie, zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken direkt punktiert werden. Manchmal ist auch ein Zugang über das Venensystem notwendig. Am häufigsten ist hierbei der Zugang über die Leistenvene zu nennen, der z.B. bei der Behandlung von Kurzschlussverbindungen von Schlagadern und Venen, sogenannten arteriovenösen Gefäßmissbildungen, genutzt wird.

Schmerzen bei einer Angiographie


Eine Gefäßdarstellung mittels Angiographie ist in der Regel nicht schmerzhaft. Die Punktion in der Leiste ist nach örtlicher Betäubung allenfalls unangenehm, wobei die Schmerzempfindlichkeit von Patient zu Patient sehr variiert. Das Vorführen der Katheter innerhalb der Blutgefäße ist vom Patienten nicht spürbar, da keine Schmerzrezeptoren an der Blutgefäßinnenseite vorliegen und man auch sein eigenes Blut nicht fließen spürt. Wenn die Kontrastmittelinjektionen in die einzelnen Gefäße erfolgen, kann es zu Wärmegefühlen, kurzfristigen Blitzen im Auge, Schlierensehen über mehrere Stunden oder kurzfristigen Schwindelattacken ggf. mit Übelkeitsgefühl für wenige Sekunden kommen.
letzte Aktualisierung: 27.05.2012

Verwendete Quellen:

Beck A. Die Geschichte der Angiographie. Hornberg: Verlag der Schwarzwälder Chronik. 1992; 79-112.

Berlis A. Kap. 19. Interventionen Kopf (Therapie). In: Referenz-Reihe Radiologie (RRR) – Neuroradiologie. Hrsg. Jansen, Forsting, Sartor. Georg-Thieme Verlag, 4. Aufl., 2008, S.337- 370.

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