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Hirngefäßangiographie - Indikationen und Kontraindikationen

Indikationen und Kontraindikationen für eine Angiographie


Heute werden für diagnostische Gefäßdarstellungen zunächst die nicht invasiven Methoden wie CT-Angiographie (CT-A) und MR-Angiographie (MR-A) herangezogen. Bei bestimmten Fragestellungen muss weiterhin auf die konventionelle Katheter-Angiographie zurückgegriffen werden. Zum Beispiel verfügt die konventionelle Angiographie gegenüber den anderen Verfahren über eine wesentlich bessere Auflösung, so dass manche Erkrankungen wie z.B. eine Vaskulitis mit sehr feinen Veränderungen, mit anderen Methoden nicht diagnostiziert werden können. Ein anderes Beispiel sind die arteriovenösen Gefäßmissbildungen, bei denen es zu einer krankhaften, vorzeitigen Venenfüllung kommt, die mit CT-Angiographie und MR-Angiographie bezüglich der Therapieplanung noch nicht ausreichend erfasst werden kann.

Heute werden diagnostische Angiographien immer weniger durchgeführt. Demgegenüber steigen die Behandlungen durch das Gefäßsystem (Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie), so dass häufig eine diagnostische Angiographie in Behandlungsbereitschaft (Interventionsbereitschaft) erfolgt und damit die Behandlung in einer Sitzung abgeschlossen wird.


Wann muss eine Angiographie durchgeführt werden?


Eine Angiographie sollte durchgeführt werden bei Arteriosklerose mit relevanten Gefäßeinengungen oder Gefäßverschlüssen, einer Subarachnoidalblutung, einer Gefäßmissbildung oder bei Vaskulitis. Außerdem sollte eine Angiographie präoperativ zur operativen, endovaskulären oder strahlentherapeutischen Behandlungsplanung eingesetzt werden.

Wann sollte eine Angiographie nicht durchgeführt werden?


Die konventionelle Angiographie und die CT-Angiographie sollten bei einer Röntgenkontrastmittelallergie, einer Nierenerkrankung mit Funktionseinschränkung und oder –verlust sowie einer Metformineinnahme nicht durchgeführt werden. Diese Kontraindikationen sind vor einer Angiographie abzuklären und vor einer angezeigten Angiographie entsprechend zu behandeln. Falls keine sichere Indikation besteht, sollte die Angiographie in keinem Fall durchgeführt werden.

Die MR-Angiographie sollte bei einer Allergie auf MR-Kontrastmittel und einer Nierenfunktionsstörung nicht durchgeführt werden. In beiden Fällen kann eine MR-Angiographie-Untersuchung ohne Kontrastmittel versucht werden. Weitere Kontraindikationen für eine MR-Angiographie sind Herzschrittmacher oder andere implantierte Schrittmacher sowie metallische und magnetische Substanzen.

Eine dezidierte Auflistung aller möglichen Kontraindikationen einer Angiographie ist im Rahmen dieser Beschreibung nicht möglich und kann Ihnen bei speziellen Fragen von dem behandelnden Facharzt mitgeteilt werden.
letzte Aktualisierung: 22.05.2012

Verwendete Quellen:

Beck A. Die Geschichte der Angiographie. Hornberg: Verlag der Schwarzwälder Chronik. 1992; 79-112.

Berlis A. Kap. 19. Interventionen Kopf (Therapie). In: Referenz-Reihe Radiologie (RRR) – Neuroradiologie. Hrsg. Jansen, Forsting, Sartor. Georg-Thieme Verlag, 4. Aufl., 2008, S.337- 370.

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